10. September 2017, 23:14 Uhr

Mit voller Wucht

10. September 2017, 23:14 Uhr

Mit gewaltiger Zerstörungskraft hat Hurrikan »Irma« am Sonntag Florida erreicht. Schwerste Schäden drohten fast im gesamten Bundesstaat. Der Sturm brachte weitreichende Überflutungen – Fernsehbilder zeigten Überschwemmungen in der Innenstadt von Miami. Das Foto entstand in Boynton Beach im Südosten Floridas. Der Wetterdienst meldete mehrere Tornados an der Ostküste. Der gewaltige Hurrikan zog im Laufe des Sonntags über die Inselkette Florida Keys weiter in nördlicher Richtung die Westküste Floridas hinauf.

Strombetreiber sagten, rund 1,3 Millionen Menschen seien in ganz Florida ohne Strom. Da der Sturm über viele Stunden nordwärts ziehen sollte, wurden weitere Schäden erwartet – anders als in Deutschland sind in den USA die Leitungen meist überirdisch verlegt. »Irma« gilt als extrem gefährlich. Meteorologen warnten vor schweren Regenfällen und Sturmfluten. Am Sonntagnachmittag (Ortszeit) wurde Irma zwar von der zweithöchsten Kategorie vier auf Kategorie drei herabgestuft, an Gefährlichkeit büßte der Sturm aber nichts ein. In Miami brachen mindestens zwei große Baukräne im Sturm zusammen, meldete der »Miami Herald«. Wie der Sender ABC in Florida berichtete, starben drei Menschen bei vom Wetter mitverursachten Verkehrsunfällen.

Nach jüngsten Prognosen sollte der Hurrikan weiter westlich vor der Küste Floridas nordwärts ziehen, allerdings nicht so weit westlich wie zuletzt angenommen. So stieß das Auge des Sturms am Sonntagnachmittag (Ortszeit) südlich der Stadt Naples aufs Festland. Und wenn sich der Kurs des Hurrikan-Kerns nur wenige Meilen ändert, zieht das große Konsequenzen für umliegende Ortschaften nach sich.

Das Problem: »Irma« ist breiter als die Halbinsel Florida. Abgesehen von heftigem Regen führte das gigantische Wettersystem so zu einer kuriosen Situation: Auf seiner »rechten« Seite, also an der Ostküste, sorgte der riesengroße Wirbel für erste Überflutungen, so in Miami. Auf Bildern und Videos war zu sehen, wie sich Wassermassen durch die Innenstadt Miamis wälzen. An seiner »linken« Seite drückte der Wirbelsturm das Wasser zunächst von der Westküste weg. Bilder zeigten leere Hafenbecken; andernorts hatte sich das Wasser meterweit von der Strandpromenade entfernt. Die Meteorologen warnten aber, dass das Wasser in einer Art gewaltigen Schaukelbewegung zurück an die Westküste kommen sollte, während es im Osten dann zurückfließen würde. Die Menschen bereiteten sich auf das Schlimmste und bis zu 4,5 Meter hohe Sturmfluten vor. »Das Schlimmste kommt, wenn das Auge durchgezogen ist – dann kommt das Wasser«, sagte ein Meteorologe bei CNN.

»Irma« hält die Region seit Tagen in Atem. Bei seinem Zug durch die Karibik hatte der Sturm nach inoffiziellen Schätzungen mehr als 20 Menschen das Leben gekostet. Am Samstag traf »Irma« in Kuba auf Land. Die Parteizeitung »Granma« meldete schwere Sachschäden, Stromausfälle und Überschwemmungen in den Küstengebieten. Wellen erreichten eine Höhe von neun Metern oder mehr. (dpa/Foto: dpa) (Aus aller Welt)

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