Politik

Merkel will Vertrauen gewinnen

Berlin (dpa). Bundeskanzlerin Angela Merkel reist heute unter hohem Erwartungsdruck zu ihrem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, der Besuch sei eine Gratwanderung. Merkel müsse einerseits auf die Fortsetzung einer werteorientierten Zusammenarbeit pochen und andererseits Deutschland und Europa gegen eine protektionistische Politik von Trump mit Zöllen und Handelsbeschränkungen abgrenzen. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) forderte von den USA offene Märkte statt Abschottung.
12. März 2017, 22:39 Uhr
DPA

Berlin (dpa). Bundeskanzlerin Angela Merkel reist heute unter hohem Erwartungsdruck zu ihrem ersten Treffen mit US-Präsident Donald Trump nach Washington. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, der Besuch sei eine Gratwanderung. Merkel müsse einerseits auf die Fortsetzung einer werteorientierten Zusammenarbeit pochen und andererseits Deutschland und Europa gegen eine protektionistische Politik von Trump mit Zöllen und Handelsbeschränkungen abgrenzen. Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) forderte von den USA offene Märkte statt Abschottung.

Die Handelspolitik könnte der schwierigste Punkt der Reise werden, an der die Vorstandschefs von Siemens, BMW und Schaeffler teilnehmen. Deutschland exportiert weit mehr in die USA, als es dort einkauft. Washington hat den daraus entstehenden deutschen Handelsüberschuss zuletzt scharf kritisiert und mit Importzöllen gedroht.

Persönlichen Draht aufbauen

Der Koordinator der Bundesregierung für die transatlantische Zusammenarbeit, Jürgen Hardt, sieht als oberstes Ziel für das Treffen aber den Aufbau von Vertrauen. Am Wichtigsten sei es, Trump klarzumachen, »dass auf der Basis von Partnerschaft über Unstimmigkeiten geredet werden kann, aber nicht aus einer Konfrontation heraus«, sagte er der dpa. Merkel werde sich »alle Zeit« nehmen, um zu Trump einen persönlichen Draht aufzubauen und den Boden für ein gutes Miteinander zu bereiten. Merkel kommt am Dienstag mit Trump, Vizepräsident Mike Pence und Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster zusammen.

Hardt sagte: »Ich glaube, die zentrale Botschaft wird sein, dass Deutschland und die Europäische Union Partner Amerikas sein wollen.« Und zwar nicht nur in der Sicherheitspolitik, sondern auch in der Handels- und Wirtschaftspolitik.

Der US-Psychologe John Gartner sagte der »Bild am Sonntag«, am meisten würde Merkel wohl erreichen, wenn sie ein Schmuckband der Kollektion von Trumps Tochter Ivanka trüge. »Das würde den Präsidenten beeindrucken, so traurig es klingt.« (Seite 4)

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