23. August 2020, 23:28 Uhr

Maßnahmen auf dem Prüfstand

23. August 2020, 23:28 Uhr

Berlin - Die Zahl der Corona-Neuansteckungen steigt weiter. Bund und Länder bereiten vor diesem Hintergrund Spitzengespräche zum weiteren Vorgehen in der Pandemie vor. Heute beraten die Gesundheitsminister der Länder, am Dienstag die Koalitionsspitzen in Berlin, und am Donnerstag schalten sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) per Video zusammen. Auf dem Prüfstand stehen die Corona-Maßnahmen in verschiedenen Bereichen.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Samstagmorgen zum ersten Mal seit Ende April mehr als 2000 neu registrierte Ansteckungen mit dem Coronavirus. Am Sonntag waren es erwartungsgemäß vergleichsweise wenige Fälle (782 binnen 24 Stunden), da am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Die Bundesregierung sieht in privaten Feiern, bei denen Corona-Regeln nicht eingehalten werden, und verstärktem Reiseverkehr wesentliche Ursachen für den Anstieg der Zahlen. Zudem wird deutlich mehr getestet, wodurch mehr Infektionen entdeckt werden.

Die Bundesländer haben für Feste und Feiern unterschiedliche Regelungen. In Berlin zum Beispiel sind laut aktueller Corona-Verordnung momentan Innenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt. In Nordrhein-Westfalen dürfen bei »geselligen Veranstaltungen wie Hochzeiten« drinnen maximal 150 Gäste anwesend sein, in Bayern maximal 100.

Der Ärzteverband Marburger Bund fordert bundesweit einheitliche Vorgaben. Das stößt sowohl auf Zustimmung als auch auf Widerstand, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Demnach befürworten etwa Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz grundsätzlich eine einheitliche Obergrenze für Familienfeiern. Länder wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern lehnen diese ab. Einige Länder, darunter Bayern und Baden-Württemberg, erwägen eine Verschärfung der Auflagen.

Viel Geduld brauchten Reisende am Wochenende an den Corona-Teststationen an den bayerischen Autobahnen. Urlauber mussten teilweise mit rund zwei Stunden Wartezeit rechnen. Erneut wurden Forderungen laut, dass Urlauber aus Risikogebieten die bisher kostenlosen Corona-Tests künftig selbst zahlen sollten. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) lehnt es bisher ab, die Tests kostenpflichtig zu machen. dpa » Seite 4

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