05. Juni 2020, 23:12 Uhr

Massentest und Quarantäne

05. Juni 2020, 23:12 Uhr

Göttingen - Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen müssen zahlreiche Schulkinder für zwei Wochen in Quarantäne. Nach einer aktuellen Berechnung seien »etwas weniger als hundert« Kinder und Jugendliche betroffen, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) am Freitagabend. Zunächst hatte ein Stadtsprecher von möglicherweise mehreren Hundert Betroffenen gesprochen.

In Quarantäne kommen die Schülerinnen und Schüler, die Kontakt mit Kindern hatten, die sich infolge von Regelverstößen bei Privatfeiern von Großfamilien zum muslimischen Zuckerfest mit dem Coronavirus infiziert haben, sagte Broistedt. Unter den bisher insgesamt 120 Infizierten im Zusammenhang mit den Feiern sind 39 Schülerinnen und Schüler. Von diesen sei wegen der allgemeinen Beschränkungen aber nur ein Teil in der Schule gewesen, sagte Broistedt.

Für alle Kinder und Jugendlichen, die nun in Quarantäne müssen, sei dies ein großes Problem, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Stadtschülerrats, Tim Wiedenmeier. »Das bedeutet weitere soziale Abschottung. Die ist schwer zu ertragen.« Unabhängig von den Quarantäne-Maßnahmen sollen die Göttinger Schulen, die wegen des Corona-Ausbruchs allesamt geschlossenen wurden, ab Montag den Betrieb unter Auflagen wieder aufnehmen, sagte Sozialdezernentin Broistedt. Die Schulen erhielten dazu einen umfangreichen Katalog mit Verhaltensmaßregeln.

Unterdessen hat die Stadt mit einem dreitägigen Massentest in dem Hochhauskomplex begonnen, der als Schwerpunkt des Corona-Ausbruchs gilt. Daran hätten sich am ersten Tag knapp 220 Bewohner beteiligt. Die Menschen seien sehr kooperativ gewesen.

Ein katholischer Priester in Mecklenburg-Vorpommern ist zwei Tage nach seinen Pfingstgottesdiensten mit mehr als 100 Gläubigen positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. An Gottesdiensten am Sonntag in Demmin und Grimmen nahmen jeweils rund 30 Menschen teil, wie das Erzbistum Berlin am Freitag mitteilte, zu dem die Katholische Kirche in Vorpommern gehört.

Die Kultusminister der Länder haben noch einmal offiziell ihr Ziel bekräftigt, sobald wie möglich wieder zu einem normalen Schulbetrieb zurückzukehren. In einer Mitteilung der Kultusministerkonferenz vom Freitag heißt es, die Bildungsministerien der Länder strebten im Interesse der Schülerinnen und Schüler so schnell wie möglich eine Wiederaufnahme des schulischen Regelbetriebs an, sofern das Infektionsgeschehen dies zulasse. dpa

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