12. Mai 2020, 22:51 Uhr

Maskenpflicht im Weißen Haus

12. Mai 2020, 22:51 Uhr

Washington/Paris/Riad - Der prominente Immunologe und US-Regierungsberater Anthony Fauci hat in der Corona-Krise vor übertrieben schneller Rückkehr zur Normalität gewarnt. Dies könnte unnötiges »Leid und Tod« zur Folge haben. Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise treibt Präsident Donald Trump jedoch Lockerungen weiter voran. Er ermutigt zu Protesten in Bundesstaaten, die die Schutzmaßnahmen seiner Ansicht nach nicht schnell genug zurückfahren. Nach zwei Corona-Infektionen im Weißen Haus - betroffen war auch die Pressesprecherin von Vizepräsident Pence - gilt dort nun eine Maskenpflicht. Mit zwei Ausnahmen: US-Präsident Donald Trump und seinen Stellvertreter Mike Pence. Zu seiner Weigerung, selbst eine Maske zu tragen, sagte Trump bei einer Pressekonferenz: »In meinem Fall - ich komme niemandem so nahe.«

In Paris nutzten am Montagabend einige Dutzend Menschen die Lockerung der Ausgangsbeschränkungen, um die neue Freiheit in kleineren Gruppen am Canal Saint-Martin in der Sonne zu genießen. Die Polizei räumte den beliebten Kanal im Osten der Hauptstadt und verhängte umgehend ein Alkoholverbot an allen Ufern der Stadt - auch an der Seine. Innenminister Christophe Castaner monierte zuvor »Verantwortungslosigkeit«. Viele fürchten nun eine komplette Sperrung der Ufer. In Frankreich sind seit dem Inkrafttreten der Lockerungen Treffen von bis zu zehn Menschen erlaubt, wenn die Abstandsregeln eingehalten werden. Maskenpflicht gibt es in Frankreich nur im Nah- und Fernverkehr.

Handschuhe für alle in Moskau

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise hat der an Italien grenzende Schweizer Kanton Tessin gestern keinen neuen Todesfall und keine neue Ansteckung verzeichnet. Das Tessin hatte bezogen auf die Einwohnerzahlen zusammen mit dem Grenzkanton Genf die mit Abstand größten Fallzahlen. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Zehntausende Grenzgänger jeden Tag aus der in Italien besonders schwer getroffenen Region im Nor-den des Landes im Tessin arbeiten.

In Moskau - Europas größter Stadt - gilt nun eine Pflicht, neben Mund- und Nasenschutz auch Handschuhe zu tragen. Getragen werden muss der Schutz in öffentlichen Verkehrsmitteln, Supermärkten und an sonstigen Orten, wo viele Menschen zusammenkommen - also auch am Arbeitsplatz.

Saudi-Arabien ringt inzwischen mit einer Krise an zwei Fronten. Einerseits ist das Land den offiziellen Zahlen zufolge mit rund 43 000 Infektionen stark von der Pandemie betroffen. Möglicherweise könnte auch die große Wallfahrt Hadsch ausfallen, die Ende Juli beginnen soll. Das war zuletzt etwa zwischen 1798 und 1801 der Fall. Zudem macht Saudi-Arabien derzeit eine seiner schlimmsten Wirtschaftskrisen seit Jahrzehnten durch.

Unterdessen setzt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf finanzielle Anreize, um die Produktion wichtiger Arzneimittel zurück nach Europa zu holen. dpa

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