Politik

Krawalle in Frankfurt

Frankfurt/Main - Angriffe auf Polizisten und Spuren der Zerstörung: Nach nächtlichen Krawallen in der Frankfurter Innenstadt sind fast 40 Menschen festgenommen worden. Mindestens fünf Beamte wurden laut Polizei in der Nacht zum Sonntag verletzt. Nach den Worten des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill wurden Einsatzkräfte aus einer Menschenmenge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie »deeskalierend« gehandelt hätten. Wie die Polizei mitteilte, hatten rund 3000 Menschen auf dem Opernplatz gefeiert, als die Randale ausbrach. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ausschreitungen in Stuttgart Ende Juni.
19. Juli 2020, 23:22 Uhr
DPA
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Scherben von zertrümmerten Scheiben einer Bushaltestelle vor der Alten Oper liegen auf dem Boden. In der Nacht zum Sonntag kam es auf dem Opernplatz zu gewalttätigen Ausschreitungen. FOTO: DPA

Frankfurt/Main - Angriffe auf Polizisten und Spuren der Zerstörung: Nach nächtlichen Krawallen in der Frankfurter Innenstadt sind fast 40 Menschen festgenommen worden. Mindestens fünf Beamte wurden laut Polizei in der Nacht zum Sonntag verletzt. Nach den Worten des Frankfurter Polizeipräsidenten Gerhard Bereswill wurden Einsatzkräfte aus einer Menschenmenge mit Flaschen angegriffen, obwohl sie »deeskalierend« gehandelt hätten. Wie die Polizei mitteilte, hatten rund 3000 Menschen auf dem Opernplatz gefeiert, als die Randale ausbrach. Der Vorfall weckt Erinnerungen an die Ausschreitungen in Stuttgart Ende Juni.

39 Menschen seien festgenommen worden, acht davon waren am Sonntagmorgen noch in Gewahrsam, wurden aber später ebenfalls wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen sie werde wegen Landfriedensbruch und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Umstehende jubeln

Umgekippte Mülltonnen, zertrümmerte Scheiben, zerschlagene Glasflaschen: Die Spuren der Krawalle in der Nacht waren am Morgen auf dem Frankfurter Opernplatz noch deutlich zu sehen. Polizeipräsident Bereswill sieht die Krawalle als »absoluten, negativen Höhepunkt« der vergangenen Wochen. »Das ist sehr schlimm, was sich da entwickelt und heute Nacht entladen hat«, sagte Bereswill.

Gegen 3 Uhr morgens war es laut Polizei zu einer Schlägerei am Brunnen auf dem Opernplatz gekommen, an der 25 bis 30 Menschen beteiligt gewesen waren. Zu diesem Zeitpunkt seien noch rund 500 bis 800 Menschen auf dem Opernplatz versammelt gewesen. »Die Stimmung begann zu kippen«, sagte Bereswill. Bei der Schlägerei sei eine Person verletzt am Boden liegen geblieben. Daraufhin hätten etwa zehn Beamte beschlossen einzuschreiten, »um den Verletzten zu versorgen und den Streit zu schlichten«. Die Beteiligten der Schlägerei hätten sich dann gegen die Beamten gewandt und sie »massiv« mit Flaschen beworfen. Umstehende hätten sich ihnen angeschlossen. Die Anwesenden hätten gejubelt, wenn eine Flasche die Beamten getroffen habe. Bereswill sprach von einem »Hagel aus Flaschenwürfen«. Die Festgenommenen seien bis auf eine Frau Männer im Alter von 17 bis 23 Jahren, teilte die Polizei mit. Der Status der Personen sei noch offen, sagte Bereswill. »Was ich aber jetzt schon sagen kann aufgrund der Betrachtung der Gesamtliste: Es handelt sich vorwiegend um Männer mit Migrationshintergrund.«

Feldmann bestürzt

Auch Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) verurteilte die Angriffe. »Die Beteiligten müssen umgehend zur Rechenschaft gezogen werden«, schrieb Feldmann am Sonntag auf Twitter. Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank (CDU) zeigte sich bestürzt von den Angriffen. »Ich bin fassungslos, dass gezielt Polizeibeamte angegriffen werden, wenn sie einem Menschen helfen wollen.«. Bei einer Sicherheitskonferenz am heutigen Montag sollen laut Frank weitere Maßnahmen besprochen werden. dpa » Seite 4

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