19. September 2019, 22:59 Uhr

Iran warnt vor Krieg

19. September 2019, 22:59 Uhr

Teheran/Abu Dhabi/Washington (dpa). Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat für den Fall eines Militärschlags der USA und Saudi-Arabiens auf sein Land mit einem »umfassenden Krieg« gedroht. »Wir wollen keinen militärischen Konflikt«, sagte Sarif im Gespräch mit dem US-Sender CNN. Der Iran werde jedoch »nicht mit der Wimper zucken«, wenn es darum gehe, das Land zu verteidigen. Ein Militärschlag könnte viele Opfer zur Folge haben, warnte er. Sarif wies jede Verantwortung seines Landes für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien am vergangenen Samstag zurück.

US-Außenminister Mike Pompeo beschuldigte bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Donnerstag dagegen erneut die Führung in Teheran. Er betonte aber, die USA setzten im Konflikt mit dem Iran weiterhin auf eine friedliche Lösung. »Wir sind hier, um eine Koalition aufzubauen, die auf Frieden und eine friedliche Lösung abzielt«, sagte Pompeo nach Gesprächen in Dschidda und Abu Dhabi.

Zu den Angriffen vom vergangenen Samstag haben sich die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen bekannt. Pompeo hatte die Huthis am Mittwoch der Lüge bezichtigt. Er sagte am Donnerstag: »Ich denke, dass es glasklar ist und dass es einen gewaltigen Konsens in der Region darüber gibt, dass wir genau wissen, wer diese Angriffe ausgeführt hat. Es war der Iran. Ich habe niemanden in der Region gehört, der das für einen einzigen Moment bezweifelt hat.« Pompeo bestätigte, dass die USA weitere Sanktionen gegen den Iran verhängen würden. Angaben zu deren Art machte er nicht.

Ungeachtet dessen hält die Bundesregierung unverändert an dem Atomabkommen mit Teheran fest. »Deutschland und die Europäische Union stehen zum JCPOA (Atomabkommen) und wir werden es weiter verteidigen«, sagte der Leiter der Wirtschaftsabteilung im Auswärtigen Amt, Miguel Berger, am Donnerstag. Er rief den Iran auf, seine Verpflichtungen aus dem Abkommen wieder vollständig einzuhalten.

In dem Atomabkommen stellen Deutschland, Großbritannien, Frankreich, China und Russland dem Iran wirtschaftliche Vorteile für den Verzicht auf ein militärisches Nuklearprogramm in Aussicht. (Seite 5)

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