28. September 2017, 22:29 Uhr

»In Politik einbringen«

28. September 2017, 22:29 Uhr

Fulda (dpa). Die katholische Kirche in Deutschland will sich angesichts vieler Probleme in der Gesellschaft weiter als politischer Akteur positionieren. »Ich wehre mich immer wieder dagegen, dass gesagt wird: Ihr macht zu viel Politik. Ich glaube nicht. Das Evangelium ist auch politisch und ist eine Botschaft, die in das Leben eingreift. Und deswegen ist es wichtig, dass wir uns immer wieder äußern«, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx, am Donnerstag in Fulda zum Abschluss der viertägigen Herbstvollversammlung.

Marx sagte, es sei zwar nicht Aufgabe der Kirche, ein politisches Programm zu machen. Aber die Bischöfe sollten bei Bedarf ruhig kommentierend das Wort erheben. Herausforderungen seien etwa der Umgang in der Gesellschaft mit Armen, Kranken und Schwachen. Fragen seien auch, wie der Altersarmut und Flüchtlingen begegnet werde. »Europa muss zu einer solidarischen Flüchtlingspolitik finden, in der Lasten und Verantwortung fair geteilt werden.« Wenige Tage nach der Bundestagswahl, die einen Rechtsruck für die politische Landschaft bedeutet, betonte Marx: Gespräche mit der neu in den Bundestag gewählten Rechtsaußenpartei AfD würden nicht kategorisch ausgeschlossen. »Alle Parteien, die im Bundestag vertreten sind und die mit uns einen Dialog wünschen, mit denen wird man prüfen und klären, wie ein solches Gespräch stattfinden kann. Es gibt keine generelle Gesprächsverweigerung an irgendeine Partei vonseiten der deutschen Bischöfe.« Marx empfahl den Parteien: »Eine verbale Abrüstung erscheint dringend nötig.« Bei aller politischen Auseinandersetzung müsse nun der Respekt vor dem anderen Vorrang haben. Im gemeinsamen Ringen um die besten Lösungen für die Gesellschaft seien Hass und Ausgrenzung nicht angebracht.

Die Bischöfe sprachen auch über islamistischen Terrorismus, der mit seinen Anschlägen immer wieder die Welt erschüttert. Die Menschen sollten sich aber von der abstrakten Gefahr nicht einschüchtern lassen. Es gebe auch keine neue Sicherheitslage. Man verlasse sich auf die Behörde und ihrer Beurteilungen zum Gefährdungspotenzial.

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