26. Februar 2020, 22:34 Uhr

Im Schatten von Hanau

26. Februar 2020, 22:34 Uhr

Passau/Landshut/Demmin/Apolda/Lennestadt - Nach dem Anschlag von Hanau haben die Parteien den politischen Aschermittwoch für scharfe Attacken gegen den wachsenden Rechtsextremismus und die AfD genutzt. Das Fernduell zwischen den Kandidaten für den CDU-Vorsitz dagegen fiel deutlich zahmer aus als erwartet. Die im April scheidende CDU-Vorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer warnte ihre Partei vor zu viel Selbstbeschäftigung: »Wir sind nicht der Nabel der Welt«, sagte sie in Demmin in Mecklenburg-Vorpommern.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet beschwor in Lennestadt im Sauerland den Zusammenhalt der verschiedenen Strömungen in der CDU. Christlich-Soziale, Liberale und Konservative müssten an einem Strang ziehen - so wie es die CDU in NRW bereits vormache. Er hoffe, »dass wir das auch irgendwann mal hinkriegen im Bundeskabinett abzuspiegeln, da ist es nämlich heute nicht so«.

Laschet will am 25. April gegen den Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und Außenpolitiker Norbert Röttgen für die Nachfolge von Kramp-Karrenbauer kandidieren. Am Aschermittwoch trat er im Revier des Sauerländers Merz auf - und bekam langen Applaus.

Das Gleiche galt allerdings auch für Merz in Thüringen. Auch er beschwor den Zusammenhalt: Sollte er CDU-Vorsitzender werden, gehörten Laschet und dessen Unterstützer, Gesundheitsminister Jens Spahn, »in mein Team«, sagte Merz.

SPD-Parteichef Norbert Walter-Borjans kritisierte das Rennen um den CDU-Vorsitz als »Schaulaufen der Eitelkeiten«. Dabei griff er vor allem Laschet an: »Lasst uns Deutschland vor diesem Hütchenspieler bewahren und spätestens 2023 NRW davon erlösen«, wetterte er.

Einig waren sich die Redner in ihrer Abgrenzung gegen rechts. CSU-Chef Markus Söder warnte vor »braunem Gift«, der Grüne Robert Habeck forderte »einen Schutzschild des Anstandes«, SPD-Chefin Saskia Esken eine starke Abgrenzung zur AfD. Söder sagte, der rechtsextreme Terror habe eine ähnliche Dimension wie der Terror der Roten-Armee-Fraktion. »Wenn wir nicht aufpassen, sickert das braune Gift weiter und verseucht nach und nach das demokratische Grundwasser.« Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer (SPD), sagte, Deutschland habe ein strukturelles Problem mit Rechtsextremismus. dpa

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