29. Dezember 2019, 22:52 Uhr

»Humanitäre Geste«

29. Dezember 2019, 22:52 Uhr
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Von DPA

Moskau/Kiew (dpa). Nach dem Ukraine-Gipfel in Paris haben die Regierung in Kiew und die prorussischen Separatisten wie vereinbart Gefangene ausgetauscht. Im russischen und ukrainischen Fernsehen war am Sonntag zu sehen, wie Busse mit den Inhaftierten zu einer Kontrollstelle nahe der Rebellenhochburg Horliwka fuhren. Es spielten sich ergreifende Szenen ab: Menschen lagen sich in den Armen. Deutschland und Frankreich begrüßten den Austausch.

Zu der Frage, wie viele Gefangene ausgetauscht wurden, machten beide Seiten im Anschluss zunächst unterschiedliche Aussagen. Nach Angaben vom späten Abend kamen 200 Menschen frei. Das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj teilte bei Twitter mit, 76 Gefangene seien nun in Sicherheit. Die Separatisten erklärten laut TASS, 124 seien aus Kiew gekommen. Das ukrainische Staatsoberhaupt empfing am Abend die ukrainischen Gefangenen an einem Flughafen in Kiew. Dabei dankte er Deutschland und Frankreich für die Vermittlerrolle.

Die selbst ernannte Republik Donezk teilte der russischen Agentur Interfax zufolge mit, dass sich mindestens zwei Gefangene aus Angst vor einer Strafverfolgung in Kiew geweigert hätten, das Separatistengebiet zu verlassen. In anderen Berichten hieß es, dass mehrere Gefangene nicht in die Republik Luhansk zurückkehren wollten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sprachen von »einer lang ersehnten humanitären Geste, die dazu beitragen sollte, das Vertrauen zwischen beiden Seiten wiederherzustellen«, teilte eine Regierungssprecherin in Berlin nach einem Telefonat der beiden Politiker mit. Merkel und Marcon vermitteln in dem Konflikt. Für den Austausch aller Festgehaltenen gebe es nun weitere Arbeit, hieß es.



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