Politik

Grüne wollen im Bund mitregieren

Berlin (dpa). Drei Monate vor der Bundestagswahl ringen die Grünen um ein geschlossenes Auftreten der Partei. Es gebe bei den Grünen die Neigung, Parteifreunden Niederlagen zuzufügen, sagte Spitzenkandidat Cem Özdemir gestern zum Auftakt eines dreitägigen Programmparteitags in Berlin. Die Versammlung müsse aber in dem Bewusstsein ablaufen, dass es um etwas Größeres gehe. »Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und dieses Land mitzugestalten.«
16. Juni 2017, 22:29 Uhr
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Berlin (dpa). Drei Monate vor der Bundestagswahl ringen die Grünen um ein geschlossenes Auftreten der Partei. Es gebe bei den Grünen die Neigung, Parteifreunden Niederlagen zuzufügen, sagte Spitzenkandidat Cem Özdemir gestern zum Auftakt eines dreitägigen Programmparteitags in Berlin. Die Versammlung müsse aber in dem Bewusstsein ablaufen, dass es um etwas Größeres gehe. »Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und dieses Land mitzugestalten.«

Mit klaren Positionen zu Klimaschutz, Integration und Europa wollen die Grünen nach der Bundestagswahl im September mitregieren. Ziel ist ein zweistelliges Ergebnis und Platz drei hinter Union und SPD. Am Sonntag soll das Wahlprogramm verabschiedet werden. Davon erhofft sich die Ökopartei ein Aufbruchsignal und ein Ende der schlechten Umfragewerte. Außer mit der AfD wolle man keine Koalition ausschließen, sagte Özdemir. »Wenn alle alles ausschließen, bleibt am Ende nur die große Koalition.« Und die solle abgelöst werden. Ko-spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt sagte, mit dem Themendreiklang Ökologie, Gerechtigkeit und Vielfalt zeigten die Grünen, »dass wir für das ganze Land denken und nicht nur für eine bestimmte Klientel«. In Umfragen liegen die Grünen derzeit bei sieben bis acht Prozent – also noch hinter dem als enttäuschend empfunden Wahlergebnis von 2013, als sie 8,4 Prozent holten. Dass der Parteitag nicht ohne Konflikte zwischen dem linken Flügel und den Realos bleibt, wurde gleich zu Beginn klar. Die Nachfolgerin des »Altgrünen« Hans-Christian Ströbele (78) gab dem Spitzenduo ordentlich Kontra. Viele Links-Grüne sind mit dem realpolitischen Kurs des von der Basis gewählten Spitzenduos Özdemir und Göring-Eckardt nicht zufrieden.

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