05. Juni 2020, 22:57 Uhr

Großbritannien schwer getroffen

05. Juni 2020, 22:57 Uhr

London - Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten ist in Großbritannien am Freitag auf mehr als 40 000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Das Vereinigte Königreich ist nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl der Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sogar bei mehr als 48 000.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu langsam und falsch reagiert zu haben. Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen wurden vergleichsweise spät eingeführt, zudem herrschte ein Mangel an Testkapazitäten und Schutzkleidung für medizinisches Personal.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen offiziellen Zahlen zufolge zurückgegangen. Trotzdem hatten sich einige Experten kritisch zu den Anfang der Woche in Kraft getretenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England geäußert.

Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten und Parks sind nun wieder möglich, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten erlaubt. Läden mit Verkaufsfläche im Freien durften wieder aufmachen. Auch der Schulbetrieb wurde wieder aufgenommen.

In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Damit wurde am dritten Tag hintereinander ein Negativ-Rekord bei der Zahl der Corona-Toten registriert. Der John-Hopkins-Universität in den USA zufolge überholte Brasilien damit Italien und rückte auf den dritten Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten - nach den Vereinigten Staaten und Großbritannien.

Unterdessen schließt der Chef des Beratergremiums der französischen Regierung erneut eine strenge Ausgangsbeschränkungen im ganzen Land beim Wiederaufflammen der Covid-19-Epidemie aus. »Beim ersten Mal hatten wir keine Wahl, aber der Preis, den wir zahlen müssen, ist zu hoch.« dpa

Schlagworte in diesem Artikel

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos