20. Oktober 2017, 22:15 Uhr

Gerangel in der SPD

20. Oktober 2017, 22:15 Uhr

Berlin (dpa). Die Personalpolitik des SPD-Vorsitzenden Martin Schulz und seines Teams beim Neuaufbau nach dem Wahldebakel wird in der Partei zunehmend kritisch gesehen. Nachdem Schulz mit seinem Plan, den aufstrebenden Abgeordneten Lars Klingbeil vom konservativen Flügel zum neuen Generalsekretär zu machen, die Frauen in der SPD gegen sich aufgebracht hat, kassiert der Parteichef nun eine Absage einer anderen Hoffnungsträgerin.

Wie die Deutsche Presse-Agentur gestern aus SPD-Kreisen erfuhr, schlug die Noch-Juso-Chefin Johanna Uekermann Schulz’ Angebot aus, neue Bundesgeschäftsführerin zu werden. Knatsch gibt es auch in der Fraktion. Die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt will sich nicht vom bisherigen Fraktionsboss Thomas Oppermann von ihrem Platz als Bundestagsvizepräsidentin verdrängen lassen.

Die 30 Jahre alte Uekermann war bei der Bundestagswahl nicht ins Parlament gekommen, weil sie auf der SPD-Landesliste in Bayern einen aussichtslosen Platz erhielt. Uekermann gibt im November nach vier Jahren den Vorsitz des SPD-Nachwuchses Jusos ab. Die junge linke Genossin gilt als Macherin, die darauf brennt, den Neuanfang aktiv mitzugestalten – jedoch nicht auf dem Bundesgeschäftsführerposten, wo viel Verwaltung wie die Organisation von Parteitagen wartet. Schulz wollte mit Uekermanns’ Berufung auch ein Versöhnungszeichen an die Frauen und die Linken in der SPD senden. Die sind sauer, weil der Generalsekretärs-Job an Klingbeil und die bereits mit Carsten Schneider besetzte Stelle des Fraktionsgeschäftsführers an zwei Vertreter des konservativen Flügels (»Seeheimer Kreis«) gehen.

In Teilen der Partei heißt es nun, Schulz zeige kein gutes Händchen. Vor allem sein Timing sei schlecht. Die Personalie Klingbeil (die am Montag im Präsidium präsentiert werden soll) sei zu früh durchgesickert, weil nicht alle Teile der SPD ausreichend eingebunden gewesen seien. »So macht man es nicht«, heißt es. Dem Vernehmen nach bot Schulz den einflussreichen Job als Generalsekretär auch dem scheidenden Bundesjustizminister Heiko Maas an.

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