25. September 2017, 22:18 Uhr

Gefecht der Worte

25. September 2017, 22:18 Uhr

New York/Seoul (dpa). Der Atomstreit zwischen Nordkorea und den USA spitzt sich weiter zu: Nordkorea fasse die jüngsten Kommentare von US-Präsident Donald Trump als »Kriegserklärung« auf, sagte Außenminister Ri Yong Ho laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap gestern in New York. »Das ist ganz klar eine Kriegserklärung, weil solche Worte von einem amtierenden amerikanischen Präsidenten kommen«, äußerte der Chefdiplomat des autoritär regierten Landes bei einem kurzfristig einberufenen Presseauftritt vor einem Hotel in der US-Metropole.

Trump hatte am Samstag getwittert, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und seine Regierung würden »nicht mehr lange hier sein«. Am selben Tag schickten die USA mehrere Langstreckenbomber aus Guam und Kampfjets in den internationalen Luftraum östlich von Nordkorea, um im Streit um das Atomprogramm Nordkoreas Stärke zu demonstrieren.

Ri drohte zudem mit dem Abschuss strategischer Bomber der USA – selbst, wenn diese nicht in den nordkoreanischen Luftraum eindringen würden. Solange die USA den Krieg erklärten, »werden wir uns von jetzt an das Recht der Selbstverteidigung vorbehalten, einschließlich des Rechts, sie (die Bomber) abzuschießen«, sagte Ri. Man werde sehen, wer länger durchhalte. Die Charta der Vereinten Nationen gestehe allen Mitgliedstaaten das Recht der Selbstverteidigung zu. Der Konflikt könne nur politisch gelöst werden, ließ UN-Generalsekretär António Guterres über seinen Sprecher ausrichten. »Wenn die Spannungen und die Rhetorik zunehmen, dann steigt auch das Risiko für Missverständnisse an.«

Zuvor hatte das diplomatisch isolierte Nordkorea mit offenen Briefen an ausländische Parlamente und Parteien um Verbündete gegen die USA geworben. In ihren Schreiben verurteilten der außenpolitische Ausschuss der Obersten Volksversammlung – das nordkoreanische Parlament – und das Zentralkomitee der herrschenden Arbeiterpartei Trump. Sie warfen der US-Regierung zugleich vor, die ganze Welt in eine »nukleare Katastrophe« zu führen, wie die Staatsmedien am Montag berichteten. Aus den Berichten wurde nicht klar, an welche Staaten die Schreiben gerichtet waren.

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