Politik

Forderungen aus allen Richtungen

Berlin - Hilfen für Familien, Wirtschaft und Kommunen, dazu neue Anreize für den Klimaschutz: Die große Koalition will heute ein milliardenschweres Konjunkturprogramm vereinbaren, um die Folgen der Corona-Krise in Deutschland abzufedern. Vor den mit Spannung erwarteten Beratungen machten Parteien, Gewerkschaften, Verbände und Experten über Pfingsten noch einmal ihre Forderungen deutlich. Im Fokus stehen unter anderem eine von der SPD ins Spiel gebrachte Sonderzahlung für Familien mit Kindern und Kaufprämien für Autos.
01. Juni 2020, 23:24 Uhr
DPA

Berlin - Hilfen für Familien, Wirtschaft und Kommunen, dazu neue Anreize für den Klimaschutz: Die große Koalition will heute ein milliardenschweres Konjunkturprogramm vereinbaren, um die Folgen der Corona-Krise in Deutschland abzufedern. Vor den mit Spannung erwarteten Beratungen machten Parteien, Gewerkschaften, Verbände und Experten über Pfingsten noch einmal ihre Forderungen deutlich. Im Fokus stehen unter anderem eine von der SPD ins Spiel gebrachte Sonderzahlung für Familien mit Kindern und Kaufprämien für Autos.

Bei ihrem Treffen im Kanzleramt wollen die Spitzen der schwarz-roten Koalition ein Milliardenpaket beschließen, das vor allem die Konjunktur ankurbeln soll. Das Volumen könnte laut »Bild am Sonntag« bei 75 bis 80 Milliarden Euro liegen. Neben dem Familienbonus wird unter anderem auch über eine Kaufprämie für Autos, Entlastungen für die Kommunen, Mehrausgaben für die Forschung und Steuersenkungen diskutiert.

Ein Schwerpunktthema sind Hilfen für die Kommunen in der Corona-Krise. Finanzminister Olaf Scholz (SPD) will ihnen dadurch helfen, dass der Bund deren Altschulden übernimmt. CDU und CSU lehnen das ab.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen verharrt in Deutschland weiter auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 333 Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet.

Im Landkreis Sonneberg - derzeit Brennpunkt der Corona-Pandemie in Thüringen - wurden innerhalb der letzten sieben Tage rund 58 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner bekannt, wie das Landratsamt mitteilte. Zuletzt war dort ein Ausbruch in einem Pflegeheim mit hochbetagten Bewohnern bekanntgeworden.

Eine kritische Entwicklung gibt es auch in Göttingen. Dort und in anderen Orten befinden sich inzwischen mehr als 300 Menschen in Quarantäne, darunter viele Kinder und Jugendliche. Wie die Stadt mitteilte, wurden bisher 36 Menschen positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Die Betroffenen sind demnach zum größten Teil Mitglieder verschiedener Großfamilien.

Bislang starben nach RKI-Angaben in Deutschland 8511 nachweislich mit dem Virus Infizierte, damit stieg die Zahl der gemeldeten Toten innerhalb von 24 Stunden um elf.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach aktuellsten Angaben des Robert-Koch-Instituts vom gestrigen Sonntag bei 1,04. dpa » Seite 3

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