07. Juni 2017, 23:06 Uhr

Ex-FBI-Chef belastet Trump

07. Juni 2017, 23:06 Uhr

Washington (dpa). Der frühere FBI-Direktor James Comey bekräftigt Vorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump, dieser habe um eine Einstellung der Ermittlungen gegen den damaligen Nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn gebeten. Das geht aus einem schriftlichen Statement hervor, das der Geheimdienstausschuss des US-Senats am Mittwoch zur heutigen Anhörung Comeys veröffentlichte. Trump hatte den Vorwurf immer bestritten. Am 9. Mai entließ Trump den FBI-Chef fristlos. Im Raum steht der Vorwurf, Comeys Russland-Ermittlungen seien der Auslöser gewesen. Geheimdienste beschuldigen Moskau, sich mit Hacker-Angriffen in den Präsidentschaftswahlkampf 2016 eingemischt zu haben.

In seinem Statement untermauert Comey Vorwürfe, die bisher nur in Medienberichten erhoben wurden. So habe ihn Trump in einem Treffen am 14. Februar zur Loyalität aufgefordert. Comey sagt, er habe sich dem Loyalitätswunsch widersetzt und gesagt, er sei nicht »verlässlich« in einem Sinn, wie es von einem Politiker erwartet werde. Er habe zugesichert, immer die Wahrheit zu sagen, aber Trump habe auf Loyalität beharrt. Insgesamt habe es neun 1:1-Begegnungen mit Trump gegeben, davon drei persönlich und sechs am Telefon. Das sind viel mehr als bisher bekannt. Bei dem Januar-Treffen habe Trump gefragt, ob er seinen Job als FBI-Chef behalten wolle, und dass er es nach den Widrigkeiten des Wahljahres verstehe, wenn er gehen wolle. Comey sagt, er habe darauf beharrt, dass er gern bleiben wolle. Er erklärt, er habe in dem Gespräch rasch den Eindruck gewonnen, Trump wolle ein Abhängigkeitsverhältnis zu ihm aufbauen.

Trump habe den Wunsch, die Ermittlungen gegen Flynn fallen zu lassen, in einem Treffen am 14. Februar geäußert: »Ich hoffe, Sie sehen einen Weg, das fallen zu lassen, von Flynn abzulassen.« Er habe das nicht bestätigt, sagt Comey. Er habe über die Unterredung die FBI-Führung informiert. Er habe Sessions gesagt, dass er künftig nicht mehr mit Trump alleine sprechen wolle.

Trump will derweil den Anwalt Christopher A. Wray zum FBI-Direktor machen. »Er ist eine makellos qualifizierte Person«, erklärte Trump am Mittwoch. (Seite 5)

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