28. August 2020, 22:28 Uhr

»Es ist unverändert ernst«

28. August 2020, 22:28 Uhr
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Von DPA
Bilder einer Kanzlerin: Die Fotos zeigen Angela Merkel (CDU) während ihrer traditionellen Bundespressekonferenz im Sommer in Berlin von 2020 bis 2006 (v. o.l. nach u.r.) FOTO: DPA

Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Menschen in Deutschland auf schwierige Zeiten wegen der bislang nicht zu stoppenden Corona-Pandemie eingestimmt. »Man muss damit rechnen, dass manches in den nächsten Monaten noch schwieriger wird als im Sommer«, sagte die CDU-Politikerin am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. Merkel erneuerte ihre Mahnung vom März: »Es bleibt dabei: Es ist ernst, unverändert ernst - und nehmen Sie es auch weiterhin ernst.« Die Kanzlerin nannte das Coronavirus eine »demokratische Zumutung«.

Alle hätten im Sommer durch das »Leben draußen« Freiheiten und einen relativen Schutz vor Aerosolen, die das Virus übertragen könnten, genossen, sagte Merkel in ihrer traditionellen Sommerpressekonferenz. »In den nächsten Monaten wird es jetzt darauf ankommen, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wenn wir uns wieder drinnen aufhalten - an Arbeitsplätzen, in Schulen und in Wohnungen«, sagte Merkel. Weltweit arbeiteten Forscher auf Medikamente und einen Impfstoff hin, aber noch sei beides nicht gefunden. So lange dies so sei, gelte: »Es wird nicht so wie früher.« »Wir werden noch länger mit diesem Virus leben müssen, und deshalb ist meine Grundhaltung eine der Wachsamkeit, der Aufmerksamkeit, sagte Merkel.

Die Pandemie führe für manche Bevölkerungsgruppen zu »großen Härten«, die abgefedert werden müssten. Die Kanzlerin nannte ältere und pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige, Familien mit Kindern in beengten Wohnverhältnissen, Studierende, die ihren Nebenjob verlören, Arbeitsuchende, Kleinunternehmer sowie Künstler.

Dank an die Bürger

Merkel bedankte sich ausdrücklich bei den Bürgern für umsichtiges Verhalten in der Corona-Krise. Schlimme Erfahrungen wie in anderen Staaten seien Deutschland bisher erspart geblieben. Das liege am - auch in der Fläche - gut aufgestellten Gesundheitssystem hierzulande. Die vergleichsweise günstige Entwicklung habe es aber vor allem gegeben, »weil die überwiegende Mehrheit der Menschen in Deutschland Vernunft, Verantwortungsbewusstsein und Mitmenschlichkeit gezeigt hat«.

Merkel ging davon aus, dass der Klimaschutz in den kommenden Jahren an Fahrt aufnehmen wird. »Wir werden auch aus sehr faktischen Gründen unsere Anstrengungen hier in den nächsten Jahren sicherlich eher beschleunigen als verlangsamen.« Konkret gelte es, in Deutschland die Klimaschutzprogramme umzusetzen und in der EU eine einheitliche Linie zu schaffen, sagte die Kanzlerin. Dazu gehöre, das Klimaschutz-Ziel der EU für 2030 festzulegen. Sie unterstütze das Ziel, die EU bis 2050 klimaneutral zu machen.

Im außenpolitischen Teil wurde Merkel unter anderem nach dem Streit um den Konflikt im östlichen Mittelmeer zwischen Griechenland und der Türkei gefragt. Sie warb für einen Dialog. Die EU-Staaten müssten die Argumente der Athener Regierung ernst nehmen und Griechenland dort unterstützen, wo die dortige Regierung recht habe. »Dennoch habe ich mich immer wieder dafür eingesetzt, dass es zu keinen weiteren Eskalationen kommt.« Es seien Gespräche über die Aufteilung der Wirtschaftszonen in dem Seegebiet nötig. Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl in den USA betonte Merkel, sie werde mit jedem gewählten Präsidenten zusammenarbeiten. Beim Konflikt in Belarus warnte Merkel vor einer Einmischung von außen. Sie kritisierte das Vorgehen der Sicherheitskräfte in Belarus gegen Journalisten. dpa » Seite 4



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