09. März 2020, 23:26 Uhr

Erste Tote in Deutschland

09. März 2020, 23:26 Uhr
Ein Mann aus dem besonders betroffenen Kreis Heinsberg und eine Frau aus Essen in Nordrhein-Westfalen sind gestern nach Infektionen mit dem Coronavirus in Krankenhäusern gestorben. FOTO: DPA

Düsseldorf/Berlin - Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Beide Todesfälle wurden gestern in Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben. Das erste Todesopfer ist eine 89-jährige Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei am Montagmittag an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen mitteilte.

Gut eine Stunde später starb ein 78-jähriger Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg. Er habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei am Montag an Herzversagen gestorben, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch. Der Mann habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten. Bereits am Sonntag war ein 60-jähriger Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben. Pusch berichtete, dass im besonders betroffenen Kreis Heinsberg bereits 323 Infektionen nachgewiesen seien. 15 Menschen würden in Kliniken behandelt. In NRW wurde der erste bestätigte Fall am 25. Februar bekannt. Nachgewiesen wurde das Virus bei einem 47-Jährigen Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg und seiner 46-jährigen Frau. Gestern hatte das Robert-Koch-Institut 1112 nachgewiesene Infektionen in Deutschland aufgelistet. Weltweit gibt es laut RKI über 110 000 Infizierte. Unterdessen weitet die italienische Regierung die Einschränkungen der Bewegungsfreiheit auf das ganze Land aus. Es gebe keine Zeit zu verlieren, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen, sagte Premierminister Giuseppe Conte gestern Abend. Internationale Zug- und Flugverbindungen sowie der öffentliche Nahverkehr sollen nicht ausgesetzt werden. Dafür bleiben Schulen, Universitäten und Kindergärten bis mindestens 3. April geschlossen. Auch alle Sportveranstaltungen werden ausgesetzt. Rund 60 Millionen Menschen sind betroffen.

Tiefe Einschnitte für Fußball

Nach Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollten alle Veranstaltungen in Deutschland mit über 1000 Teilnehmern abgesagt werden - und eventuell auch welche unter dieser Teilnehmerzahl. Die bayerische Staatsregierung will derartige Veranstaltungen bis Karfreitag untersagen. Die Verunsicherung hat auch den Fußball voll erfasst. Während RB Leipzig in der Champions League vor Zehntausenden spielen darf, muss Borussia Dortmund zum Geisterspiel nach Paris reisen. Abgesagt wurde das Europa-League-Spiel von Eintracht Frankfurt am 19. März in Basel. Die Bundesliga stellt sich auf tiefe Einschnitte ein. dpa

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