09. März 2020, 22:47 Uhr

Erste Tote in Deutschland

09. März 2020, 22:47 Uhr
Ein Mann aus dem besonders betroffenen Kreis Heinsberg und eine Frau aus Essen in Nordrhein-Westfalen sind gestern nach Infektionen mit dem Coronavirus in Krankenhäusern gestorben. FOTO: DPA

Düsseldorf/Berlin - Erstmals sind in Deutschland zwei Menschen nach Erkrankungen mit dem neuen Coronavirus gestorben. Beide Todesfälle wurden gestern in Nordrhein-Westfalen bekannt gegeben. Das erste Todesopfer ist eine 89-jährige Frau aus Essen, die seit Anfang März in der dortigen Universitätsklinik behandelt wurde. Sie sei am Montagmittag an einer Lungenentzündung in Folge der Coronavirus-Infektion gestorben, wie die Stadt Essen mitteilte.

Gut eine Stunde später starb ein 78-jähriger Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg. Er habe sich vergangenen Freitag in einem Krankenhaus in Geilenkirchen gemeldet und sei am Montag an Herzversagen gestorben, sagte der Heinsberger Landrat Stephan Pusch. Der Mann habe unter Vorerkrankungen wie Herzproblemen und Diabetes gelitten. Er habe vorher eine Karnevalssitzung besucht. Bereits am Sonntag war ein 60-jähriger Feuerwehrmann aus Hamburg in Ägypten am Coronavirus gestorben. Pusch berichtete, dass im besonders betroffenen Kreis Heinsberg bereits 323 Infektionen nachgewiesen seien. 15 Menschen würden in Krankenhäusern behandelt, darunter aber keine Kinder oder Jugendliche. Betroffen seien vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen. Am Montagmorgen hatte das Robert-Koch-Institut 1112 nachgewiesene Infektionen in Deutschland aufgelistet.Weltweit gibt es laut RKI über 110 000 infizierte Menschen.

Ganz Italien Sperrgebiet

In Nordrhein-Westfalen wurde der erste bestätigte Fall am 25. Februar bekannt. Nachgewiesen wurde es zuerst bei einem 47-Jährigen Mann aus Gangelt im Kreis Heinsberg und seiner 46-jährigen Frau.

Unterdessen weitete die italienische Regierung Sperrungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit ab heute auf das ganze Land aus. Das sagte Premierminister Giuseppe Conte gestern. Nach der Empfehlung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollten alle Veranstaltungen in Deutschland mit über 1000 Teilnehmern abgesagt werden - und eventuell auch welche unter dieser Teilnehmerzahl. Die bayerische Staatsregierung will derartige Veranstaltungen bis Karfreitag untersagen. Die Verunsicherung hat auch den deutschen Fußball voll erfasst. Während RB Leipzig in der Champions League vor Zehntausenden spielen darf, muss Borussia Dortmund zum Geisterspiel nach Paris reisen. Abgesagt wurde das Europa-League-Spiel von Eintracht Frankfurt am 19. März in Basel. Die Bundesliga stellt sich auf tiefe Einschnitte ein. dpa

»Seiten 3, 4, 5, 6, 7, 10, 11

Schlagworte in diesem Artikel

  • Borussia Dortmund
  • CDU
  • Coronavirus
  • Eintracht Frankfurt
  • Essen
  • Infektionskrankheiten
  • Jens Spahn
  • Lungenentzündungen
  • RB Leipzig
  • Robert-Koch-Institut
  • Todesopfer
  • Universitätskliniken
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos