09. März 2020, 22:48 Uhr

Deutschland nimmt geflüchtete Kinder auf

09. März 2020, 22:48 Uhr

Berlin/Brüssel - Bis zu 1500 Kinder aus den Flüchtlingslagern auf den griechischen Ägäis-Inseln sollen in den kommenden Wochen in anderen europäischen Staaten aufgenommen werden. Die Aufnahme dieser besonders schutzbedürftigen Minderjährigen sei »keine Frage von Monaten, sondern eher von Wochen«, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums gestern in Berlin. Er betonte, diese humanitäre Aktion sei kein deutscher Alleingang. SPD und Union hatten in der Nacht bei einem Treffen im Kanzleramt beschlossen, Griechenland solle unterstützt werden bei der »schwierigen humanitären Lage von etwa 1000 bis 1500 Kindern auf den griechischen Inseln«. Es gehe um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind, die meisten davon Mädchen. Auf europäischer Ebene werde derzeit verhandelt, um in einer »Koalition der Willigen« die Übernahme dieser Kinder zu organisieren. »In diesem Rahmen steht Deutschland bereit, einen angemessenen Anteil zu übernehmen«, teilte die Koalition mit. Nach Angaben aus Koalitionskreisen geht es bei der Aufnahme der Minderjährigen unter anderem um 95 kranke Kinder, die teilweise auch schon für eine Behandlung auf das griechische Festland gebracht worden sind. Sie sollen zusammen mit ihren Familien umgesiedelt werden. Wie viele EU-Staaten mitmachen und wie viele der Kinder nach Deutschland gebracht werden, ist aber noch unklar.

Die Europäische Union steht nach wie vor zum Flüchtlingspakt mit der Türkei. Das Abkommen bleibe gültig, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gestern Abend nach einem Treffen mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Meinungsverschiedenheiten bei der Umsetzung sollten der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell und der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu in den nächsten Tagen gemeinsam mit einem Team von Fachleuten klären, ergänzte EU-Ratschef Charles Michel. Sowohl Michel als auch von der Leyen lobten, dass das Gespräch mit Erdogan stattgefunden habe. Von der Leyen nannte es konstruktiv. Erdogan war bei ihrer Pressekonferenz nicht dabei. dpa » Seite 4

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