02. November 2018, 23:05 Uhr

Deutsche Bank weniger krisenfest

02. November 2018, 23:05 Uhr
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Von DPA
Bankenmetropole Frankfurt: Nach der Finanzkrise mussten Kreditinstitute ihre Kapitalpuffer deutlich verstärken. Das hat sich ausgezahlt, wie der jüngste Krisentest zeigt. Aber nicht jeder Vorstand kann sich entspannt zurücklehnen. (Foto: Boris Roessler/Illustration)

Frankfurt/London (dpa). Europas Aufseher haben den Großbanken in der EU ein insgesamt solides Zeugnis in Sachen Krisenfestigkeit ausgestellt. In dem nach Angaben der Bankenaufsicht EBA bisher härtesten europaweiten Stresstest erwiesen sich die Kapitalpuffer bei den meisten der 48 untersuchten Institute auch unter widrigsten Bedingungen als tragfähig. Im Allgemeinen seien die europäischen Banken besser für eine neue Wirtschafts- und Finanzkrise gerüstet als noch vor einigen Jahren, konstatierte die EBA bei der Vorstellung der Ergebnisse gestern Abend in London.

Die Kapitalpuffer der acht deutschen Geldhäuser in dem Test schrumpften im Stressszenario im Vergleich zu den Instituten aus anderen Ländern deutlich. Ähnliches gilt für britische Banken. Am schlechtesten schnitt unter den deutschen Instituten die NordLB ab. Ihre harte Kernkapitalquote – das ist ein Puffer, der Banken bei Verlusten uneingeschränkt zur Verfügung steht – sackte im Krisenszenario auf 7,07 Prozent ab. Das von faulen Schiffskrediten belastete Institut sucht seit einiger Zeit nach Investoren.

Kein formaler Durchfaller

Auch die Deutsche Bank geriet in dem Stressszenario ordentlich unter Druck. Ihre Kapitalquote schrumpfte auf 8,14 Prozent. Deutschlands größtes Geldhaus erklärte das relativ schlechte Abschneiden auch mit einer Reihe von Sonderfaktoren: So seien in dem Stresstest, der die Jahre 2018 bis 2020 umfasste, weiterhin Verluste der bereits 2016 geschlossenen Abwicklungseinheit unterstellt worden. Auch der einmalig im vierten Quartal 2017 angefallene Verlust für den Verkauf des Polen-Geschäfts sei über den Drei-Jahres-Zeitraum fortgeschrieben worden. Die Commerzbank hätte nach Durchlaufen des Krisenszenarios Ende 2020 noch einen Kapitalpuffer von 9,93 Prozent.

Die Banken aus 15 europäischen Staaten mussten auf Basis ihrer Bilanzen Ende 2017 durchrechnen, wie viel dünner ihre Kapitaldecke binnen drei Jahren werden würde, wenn die Konjunktur einbricht, die Arbeitslosenzahlen steigen und die Immobilienpreise in den Keller gehen. Formale Durchfaller gab es nicht. Denn wie beim europaweiten Stresstest 2016 hatten die Aufseher keine standardisierten Kapitalquoten vorgegeben, die Banken erfüllen mussten.

Aus Deutschland mussten in dem EBA-Test neben Deutscher Bank, Commerzbank und NordLB fünf weitere Institute, die ebenfalls alle direkt von der EZB beaufsichtigt werden, Daten liefern: Die DZ Bank als Spitzeninstitut des genossenschaftlichen Sektors, die drei Landesbanken LBBW, BayernLB und Helaba sowie das staatliche Förderinstitut NRW.Bank. (Seite 3)



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