04. Dezember 2019, 22:47 Uhr

Deutliche Warnung

04. Dezember 2019, 22:47 Uhr
Ein Landwirt pflügt ein staubtrockenes Feld in der Region Hannover: Wegen Hitzewellen, Stürmen und Dürren landete Deutschland hinter Japan und den Philippinen auf Platz drei im neuen Klima-Risiko-Index. Foto: dpa

Madrid (dpa). Klimawandel - eine abstrakte Bedrohung? Bei der UN-Klimakonferenz in Madrid haben Klimaschützer aufgezeigt, dass auch Deutschland die Folgen der Erderhitzung schon massiv zu spüren bekommt. Hitzewellen, Dürren und Stürme des Jahres 2018 brachten die Bundesrepublik erstmals auf Platz drei im Klima-Risiko-Index der Entwicklungsorganisation Germanwatch. Nur Japan und die Philippinen wurden im vergangenen Jahr demnach noch stärker direkt von Extremwetter getroffen. Die Autoren mahnten aber auch, dass andere Länder insgesamt viel stärker unter der Erderhitzung litten - und viele, teils dramatische Folgen darin nicht abgebildet würden.

Betrachte man die Jahre 1999 bis 2018, seien Puerto Rico, Myanmar und Haiti am stärksten von Stürmen, Überflutungen und Dürren betroffen gewesen, heißt es in dem Ländervergleich. Er basiert auf einer Datenbank des Rückversicherers Munich Re und Daten des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der Index vergleicht jährlich die durch Extremwetter verursachten Todeszahlen und Sachschäden nach Kaufkraftparitäten, und zwar sowohl die absoluten Zahlen als auch im Verhältnis zur Einwohnerzahl und zum Bruttoinlandsprodukt.

Die weltweite Erderwärmung lässt Extremwetterereignisse wie Trockenphasen und Stürme häufiger und stärker werden. In den vergangenen 20 Jahren hätten insgesamt mehr als 12 000 solcher Ereignisse knapp eine halbe Million Menschen das Leben gekostet und kaufkraftbereinigt rund 3,5 Billionen US-Dollar Schäden verursacht, teilte Germanwatch am Mittwoch in Madrid mit.

Die neue EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will auch in der EU selbst mehr tun und möchte für ihre Klimapolitik zwischen 2021 und 2027 eine Summe von 100 Milliarden Euro mobilisieren. Das Geld solle aus dem EU-Budget, von den EU-Staaten, aus dem Privatsektor sowie von der Europäischen Investitionsbank kommen und in einen Übergangsfonds fließen, sagte sie am gestrigen Mittwoch in Brüssel.

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