05. Juni 2020, 22:41 Uhr

Bürgerrechtler machen Druck

05. Juni 2020, 22:41 Uhr
Jesse Jackson (2. v. r), Bürgerrechtler und Baptistenpastor, verneigt sich am Sarg bei der Trauerfeier für George Floyd in der North Central University. FOTO: DPA

Washington - Nach dem Tod des Afroamerikaners George Floyd im Zuge eines brutalen Polizeieinsatzes erhöhen Bürgerrechtler in den USA den Druck auf Präsident Donald Trump. Die Organisation ACLU verklagte seine Regierung vor einem Bundesgericht in Washington wegen des harten Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen Teilnehmer einer Demonstration gegen Polizeigewalt und Rassismus vor dem Weißen Haus. Bei einer bewegenden Trauerfeier für Floyd in Minneapolis kündigte Bürgerrechtler Al Sharpton in Anlehnung an eine legendäre Kundgebung von Martin Luther King im Jahre 1963 zudem für August einen neuen »Marsch auf Washington« an, um gegen Diskriminierung zu protestieren.

Im ganzen Land gehen weiterhin Tausende Menschen auf die Straße, um für ein Ende von Polizeigewalt, Rassismus und anhaltender Ungleichheit zu demonstrieren.

Bei der Räumung der Kundgebung vom Montag seien Tränengas und Gummigeschosse gegen Demonstranten eingesetzt worden, die friedlich gegen den Tod Floyds protestiert hätten, heißt es in der Klageschrift,

Bürgerrechtler Sharpton sagte, der »Marsch auf Washington« solle am 28. August stattfinden, dem 57. Jahrestag der Kundgebung von 1963, bei der Martin Luther King mit den legendären Worten »I have a dream« (Ich habe einen Traum) die Gleichberechtigung von Schwarzen und Weißen einforderte.

»Wir gehen an diesem 28. August (nach Washington) zurück, um diesen Traum wiederherzustellen und uns ihm wieder zu verpflichten«, sagte Prediger Sharpton bei der Trauerfeier für Floyd.

Kundgebung in Hamburg

Etwa 4500 Menschen haben am Freitag in Hamburg vor dem US-Konsulat am Alsterufer gegen Rassismus und Polizeigewalt demonstriert - angekündigt waren lediglich 250. Die Kundgebung sei dennoch störungsfrei verlaufen, sagte ein Polizeisprecher nach Abschluss. Auch Teilnehmer sprachen von einer bunten und friedlichen Kundgebung. Anlass war der Tod des Amerikaners George Floyd bei einem Polizeieinsatz in Minneapolis.

Angesichts der großen Menge und weil Demonstranten gegen die coronabedingten Auflagen wie Abstandhalten und das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes verstießen, wurde die Kundgebung nach nur einer halben Stunde von der Polizei offiziell für beendet erklärt. dpa

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