24. Juli 2017, 22:26 Uhr

Börse reagiert

24. Juli 2017, 22:26 Uhr
Abgaskandal, Diesel-Fahrverbote, illegale Preisabsprachen: Die Autoindustrie hat derzeit ziemlich Mühe mit ihrer Glaubwürdigkeit. (Foto: dpa)

Berlin (dpa). Die deutschen Autokonzerne hüllen sich nach dem Vorwurf eines möglichen Autokartells weiterhin in Schweigen. Der weltweit größte Autobauer Volkswagen rief seine Aufsichtsräte aber zu einer Sondersitzung am Mittwoch zusammen. Das Bundeskartellamt erklärte, es führe kein Verfahren, aber es lägen »Informationen« zu möglichen Absprachen im technischen Bereich vor. Auch die EU-Kommission habe Einblick. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Berlin wird die EU-Kommission die Federführung bei der Aufklärungsarbeit übernehmen. Die Autobranche steht bereits wegen der VW-Abgasaffäre und zu hoher Diesel-Emmissionen unter Druck – bei den nun in Rede stehenden Kartellverstößen könnten ihnen Milliardenstrafen drohen. Das belastete die Aktienkurse: VW, Daimler und BMW verloren gestern zwischen drei und vier Prozent – noch mehr als nach Veröffentlichung der Vorwürfe am Freitag.

Der »Spiegel« hatte über ein seit mehr als 20 Jahren bestehendes Kartell deutscher Autobauer berichtet. Vertreter von VW, Audi, Porsche, BMW und Daimler hätten sich seit den 1990er Jahren über ihre Fahrzeuge, Kosten, Zulieferer und auch die Reinigung von Dieselabgasen abgesprochen. Vor einem Jahr sollen der VW-Konzern und Daimler Selbstanzeigen erstattet haben. Das Bundeskartellamt hatte just vor einem Jahr mehrere Autohersteller und Zulieferer wegen möglicher Absprachen beim Einkauf von Stahl durchsucht.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann forderte »eine vollumfängliche Aufklärung der Vorgänge. Unionsfraktionschef Volker Kauder rief die Autokonzerne auf, »reinen Tisch« zu machen. Daimler hatte von »Spekulationen«, VW-Chef Matthias Müller von »Sachverhaltsvermutungen« gesprochen. BMW äußerte sich nicht zum Kartellvorwurf.

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