15. Juni 2020, 22:59 Uhr

»Besser schützen, klüger managen«

15. Juni 2020, 22:59 Uhr

Berlin - Flüsse und Seen werden wärmer, Regenmassen versickern schlechter, Grundwasserspiegel sinken: Naturschützer sehen Deutschland in Folge des Klimawandels in einer Wasserkrise und fordern ein grundlegendes Umdenken.

Auch Trinkwasserversorger mahnen an, die Wasserressourcen besser zu schützen, und schauen dabei insbesondere auf die Landwirtschaft. Laut Umweltbundesamt gibt es in Deutschland insgesamt genug Wasser, in den vergangenen beiden Jahren habe es aber lokale und regionale Engpässe gegeben.

BUND-Chef Olaf Bandt erklärte am Montag, was aus Sicht des Umweltverbands notwendig wäre: »Wir müssen den Flüssen mehr Raum geben«, forderte er. Flussauen müssten wieder mehr Wasser aufnehmen können, um das Hochwasserrisiko zu senken und Lebensräume zu erhalten. Die Schifffahrt müsse den Flüssen angepasst werden, nicht umgekehrt. Bauern müssten angepasste Kulturen anpflanzen und nicht solche, die »Unmengen von Trinkwasser und Oberflächenwasser verbrauchen«. Oberste Maxime aber sei, das Klima zu schützen.

Gefordert sei auch ein besseres Management. Der Grundwasserspiegel sinke in weiten Teilen Deutschlands seit 30 Jahren, Bäche und Flüsse würden immer wärmer. Dennoch werde der Abfluss von Wasser aus der Landschaft weiter beschleunigt - etwa durch Bebauung, Dränagen zur Entwässerung oder die Begradigung von Wasserläufen, kritisieren die Naturschützer.

Der Bauernverband wies die BUND-Forderungen teils zurück, sieht aber auch Handlungsbedarf. »Die Landwirtschaft nutzt in Deutschland für Beregnung nur 1,2 Prozent des gesamten in Deutschland genutzten Wassers«, sagte Generalsekretär Bernhard Krüsken. Umdenken müsse man aber tatsächlich, erklärte Krüsken. dpa

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