01. September 2019, 23:37 Uhr

Aufatmen im Bund

01. September 2019, 23:37 Uhr

Berlin (dpa). In Berlin dürfte sich die wackelige große Koalition vorerst stabilisieren, da die Regierungschefs voraussichtlich an der Macht bleiben können. Allerdings dürften die Debatte über die Ausrichtung von Union und SPD lauter werden. Bei den Landtagswahlen profitierten laut einer Analyse CDU und SPD noch von der Zugkraft ihrer amtierenden Ministerpräsidenten. Vor allem der sächsische Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) punktete mit hohen persönlichen Werten, wie die Forschungsgruppe Wahlen mitteilte. Beim Ansehen kam er demnach auf hervorragende 2,3 Punkte auf einer Skala von plus 5 bis minus 5. In Brandenburg rutschte Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) zwar spürbar auf 1,6 Punkte ab - das war aber immer noch eine deutlich positivere Bewertung als bei allen anderen Spitzenpolitikern in dem Land.

Bei der Motivation von Wählern, für die AfD zu stimmen, gab es laut der Analyse Unterschiede zwischen den beiden Ländern. Eine reine Protestpartei ist sie demnach zumindest in Sachsen nicht. Den Grund »Denkzettel« nannten dort 28 Prozent, dagegen entschieden sich 70 Prozent nach eigenen Angaben »wegen ihrer politischen Forderungen« für die Rechtspopulisten. In Brandenburg nannten 43 Prozent Inhalte als Motiv, einen »Denkzettel« verpassen wollten.

Die CDU profitierte in Sachsen demnach vor allem von der Generation 60plus - dort schaffte sie fast unverändert 43 Prozent, während die AfD auf 23 Prozent kam. Diese rekrutiere ihre Wähler aber inzwischen auf breiter Front. Bei unter 60-jährigen Männern sei sie mit Abstand stärkste Partei.

In Brandenburg bekam die regierende SPD bei den Themen Infrastruktur und Bildung die größte Kompetenz zugeschrieben, ebenso bei Wirtschaft und sozialer Gerechtigkeit. Die CDU punktete nur bei Arbeitsplätzen, die AfD bei der Ausländerpolitik. Die SPD schnitt bei über 60-Jährigen stark ab und kam auf 37 Prozent. Bei allen jüngeren Wählern verlor sie überdurchschnittlich. Die CDU brach bei den unter 45-Jährigen nahezu ein und kam bei unter 30-Jährigen noch auf neun Prozent. Die AfD war bei Männern unter 60 die mit Abstand erfolgreichste Partei mit 34 Prozent. (Seite 4)

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