19. September 2017, 23:40 Uhr

Attacke gegen »das Böse«

19. September 2017, 23:40 Uhr
Schock in Mexiko: Ein Erdbeben erschütterte vor allem die Region um die Hauptstadt. Unter den Trümmern eingestürzter Häuser werden viele Opfer vermutet. (Fotos: dpa)

New York (dpa). US-Präsident Donald Trump hat den Iran in seiner ersten Rede bei den Vereinten Nationen scharf attackiert und Nordkorea im anhaltenden Atomkonflikt mit völliger Zerstörung gedroht. »Die Geißel unseres Planeten ist eine Gruppe von Schurkenstaaten«, sagte Trump bei der gestern eröffneten UN-Generaldebatte. »Wenn die vielen Rechtschaffenen sich nicht den wenigen Gemeinen entgegenstellen, wird das Böse triumphieren.« Trump sagte: »Wenn (die USA) gezwungen sind, sich selbst oder ihre Verbündeten zu verteidigen, dann haben wir keine Wahl, als Nordkorea total zu zerstören.« Über Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un sagte er: » Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg«. Das Atomprogramm des Landes stelle eine Gefahr für die ganze Welt dar. Trump sprach von einer »Bande von Kriminellen«, die sich mit Raketen und Nuklearwaffen ausrüstet.

Auch UN-Generalsekretär António Guterres kritisierte Nordkorea mit deutlichen Worten. »Millionen Menschen leben unter einem Schatten des Grauens«, sagte Guterres über das nordkoreanische Volk, das Hunger und schwere Verletzungen seiner Menschenrechte erleiden müsse. »Wir dürfen nicht in den Krieg schlafwandeln«, sagte Guterres und nannte die Verbreitung von Atomwaffen eine »unvorstellbare Gefahr«.

Den Iran bezeichnete Trump als wirtschaftlich ausgelaugten Schurkenstaat, der vor allem Gewalt exportiere. Man könne dieses mörderische Regime nicht so weitermachen lassen. Das Atomabkommen über das iranische Atomprogramm sei einer der schlechtesten Verträge, die je abgeschlossen worden seien. Der iranische Außenminister verurteilte die Rede. »Solche Hassreden gehören ins Mittelalter und nicht ins 21. Jahrhundert«, twitterte Mohamed Dschawad Sarif. Daher sei es für Teheran unwürdig, auf diese Rede überhaupt einzugehen.

Auch das »Regime« von Venezuelas Präsident Nicolas Maduro griff Trump direkt an und warf Maduro vor, die Menschen verhungern zu lassen. In dem voll besetzten UN-Plenarsaal wiederholte Trump sein Vorhaben, die Außenpolitik an amerikanischen Interessen ausrichten zu wollen. »Als Präsident der Vereinigten Staaten werde ich Amerika immer an die erste Stelle setzen«, sagte Trump. Genauso sollten es auch andere Staats- und Regierungschefs tun. Mehrfach betonte er das Prinzip der staatlichen Souveränität. Den UN warf er mangelnde Effizienz vor. Die USA zahlen zum regulären UN-Etat als auch zu den weltweiten Friedensmissionen den mit Abstand größten Teil.

Hochrangige Vertreter aus mehr als 190 Ländern reisten zum größten Treffen der Weltdiplomatie nach New York. Neben den Konflikten in Nordkorea, dem Iran und Venezuela überschattete auch die Gewalt gegen die Rohingya in Myanmar das Spitzentreffen. Einen Auftritt bei der UN-Vollversammlung hatte Regierungschefin Aung San Suu Kyi kurzfristig abgesagt. Trumps Bestrebungen zu möglichen Neuverhandlungen über das Pariser Klimaabkommen schob Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einen Riegel vor. »Dieses Abkommen wird nicht neu verhandelt«, sagte Macron in seiner ersten Rede im UN-Plenum. (Seite 4)

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