17. April 2017, 22:47 Uhr

Appelle für den Frieden

17. April 2017, 22:47 Uhr

Rom (dpa). Christen aller Konfessionen haben auf der ganzen Welt Ostern gefeiert. In diesem Jahr fielen das katholische und protestantische mit dem orthodoxen Osterfest auf denselben Tag. Papst Franziskus richtete in seiner Osterbotschaft einen Friedensappell an die Welt und rief die Gläubigen dazu auf, die Hoffnung trotz des vielen Leids nicht zu verlieren. Das katholische Kirchenoberhaupt stellte Flüchtlinge und Migranten sowie Kriegsopfer und Ausgebeutete in den Mittelpunkt der Osterfeierlichkeiten in Rom und im Vatikan. In seiner Osterbotschaft am Sonntag von der Loggia des Petersdoms sagte Franziskus vor 60 000 Gläubigen auf dem Petersplatz, allen voran müssten die Anstrengungen derjenigen unterstützt werden, die sich für die unter dem Krieg leidende Bevölkerung in Syrien einsetzten. Anschließend sprach er den apostolischen Segen »Urbi et Orbi«. Der Papst verurteilte den jüngsten Autobombenanschlag mit mehr als 100 Toten in Syrien. Die Ungerechtigkeiten könnten manches Mal an Gott zweifeln lassen, machte Franziskus deutlich, als er – anders als in der Tradition seiner Vorgänger – während der Ostermesse predigte. Für vieles gebe es keine Erklärung. Davon dürfe man sich aber nicht entmutigen lassen.

Der lateinische Patriarch Pierbattista Pizzaballa zelebrierte in der Grabeskirche in Jerusalem eine Messe. Die frisch renovierte Grabkapelle in der Kirche steht nach christlicher Überlieferung an dem Ort, an dem Jesus begraben wurde. Die Oberhäupter der verschiedenen Kirchen in Jerusalem forderten in einer Osterbotschaft Gerechtigkeit, Versöhnung und Frieden.

In Russland besuchten in der Nacht zum Sonntag Millionen Gläubige orthodoxe Ostergottesdienste. Kremlchef Wladimir Putin und Regierungschef Dmitri Medwedew nahmen an der traditionellen Liturgie mit Patriarch Kirill in der Moskauer Christus-Erlöser-Kathedrale teil. Kirill rief die Gläubigen auf, jenen zu helfen, die Unterstützung benötigen. »Der Weg des Erlösers ist der Weg der Liebe«, sagte er.

Deutsche Bischöfe riefen die Gläubigen trotz aller Krisen und Kriege in der Welt zu Zuversicht auf. Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx, der auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist, machte sich in seiner Osterbotschaft für mehr Gerechtigkeit und Versöhnung in Europa stark. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, appellierte, mit neuem Vertrauen in die Zukunft zu schauen.

Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat die Christen aufgefordert, sich gegen Abtreibung und »die Selektion behinderten menschlichen Lebens« einzusetzen. Dies gelte auch für die aktive Sterbehilfe, »für die die Politik leider eine Tür geöffnet habe«, sagte der katholische Bischof.

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