19. April 2018, 23:10 Uhr

Angriff löst Empörung aus

19. April 2018, 23:10 Uhr

Berlin/Tel Aviv (dpa). Nach dem antisemitischen Angriff auf einen Israeli und seinen Begleiter in Berlin ist gegen den mutmaßlichen Täter Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung erlassen worden. Das teilte die Staatsanwaltschaft gestern Abend mit. Der 19-Jährige befindet sich laut Polizei in Untersuchungshaft. Der Beschuldigte hatte sich zuvor der Polizei gestellt. Der mutmaßliche Täter ist ein Flüchtling aus Syrien, der seit 2015 in Deutschland ist.

Der Angriff hatte empörte Reaktionen von Politikern und Vertretern anderer Institutionen ausgelöst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem »schrecklichen Vorfall« und betonte: »Der Kampf gegen antisemitische Ausschreitungen muss gewonnen werden.« Außenminister Heiko Maas verurteilte die jüngsten antisemitischen Vorfälle in Deutschland als »beschämend«. »Das zeigt, wir müssen auch heute noch gegen jede Form von Antisemitismus sehr klar Stellung beziehen«, sagte er in Berlin bei einer Festveranstaltung zum 70-jährigen Gründungsjubiläum Israels. »Unsere Verantwortung, uns schützend vor jüdisches Leben zu stellen, die endet nie.«

Der 21-jährige Israeli und sein Freund waren am Dienstagabend im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg unterwegs, dabei trugen sie Kippas – die traditionellen jüdischen Kopfbedeckungen. Auf der Straße wurden sie von drei Arabisch sprechenden Männern antisemitisch beschimpft. Einer der Männer schlug mit einem Gürtel auf den 21-Jährigen ein und versuchte, ihn mit einer Flasche zu schlagen.

Beratungen in Wiesbaden

Die hessische Landesregierung will derweil einen eigenen Antisemitismusbeauftragten einsetzen. Über den genauen Zeitpunkt und den Kandidaten sei aber noch nicht entschieden, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstagabend. Derzeit liefen dazu Gespräche mit den jüdischen Gemeinden in Hessen.

Unterdessen hat Israel den 70. Jahrestag seiner Gründung gestern mit einer großen, landesweiten Flugschau gefeiert. Die Feierlichkeiten im jüdischen Staat sollen 70 Stunden dauern und am Samstag enden.

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