16. März 2020, 23:17 Uhr

Alltag weiter eingeschränkt

16. März 2020, 23:17 Uhr
Gähnende Leere auf dem Berliner Gendarmenmarkt: Vor dem Schauspielhaus (l.) und dem Französischen Dom sind normalerweise sehr viele Touristen unterwegs. Aufgrund der drastischen Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus wird nun in ganz Deutschland das öffentliche Leben stark eingeschränkt - zum Schutz der Bevölkerung. FOTO: DPA

Berlin - Das Leben in Deutschland beschränkt sich wegen der Corona-Krise nun fast völlig auf die eigenen vier Wände. Bund und Länder schränken mit drastischen Maßnahmen das öffentliche Leben weiter ein, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Viele Geschäfte sollen geschlossen, Gottesdienste sowie Freizeitaktivitäten verboten werden. Das geht aus einem Beschluss der Bundesregierung und der Regierungschefs der Länder vom Montag hervor, der von sofort an gilt.

»Das sind Maßnahmen, die es so in unserem Lande noch nicht gegeben hat«, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach mehreren Krisentreffen vor der Presse. Sie rief die Bürgerinnen und Bürger gestern in Berlin auf, keine Urlaubsreisen ins In- und Ausland mehr zu unternehmen und sich an die neuen Regeln zu halten. Auch Hessen orientiert sich an den Leitlinien, die die Bundesregierung und die Regierungschefs der Bundesländer gestern beschlossen. Ministerpräsident Volker Bouffier sagte, es gehe darum, die Verbreitung des Virus so früh wie möglich einzudämmen.

Ausdrücklich nicht geschlossen werden Supermärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen sowie Poststellen, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Damit soll die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt werden. Geschlossen werden dagegen Bars, Clubs, Diskotheken sowie Kneipen, Theater, Opern, Konzerthäuser und Museen. Dichtmachen sollen Messen, Ausstellungen, Kinos sowie Spielhallen, Spielbanken sowie Bordelle.

In Deutschland sind nun mehr als 6600 Infektionen mit dem Coronavirus bekannt. 16 mit SARS-CoV-2 Infizierte sind bislang bundesweit gestorben, ein weiterer Deutscher während einer Reise in Ägypten.

Auch im Sport reagieren Verbände und Vereine mit durchgreifenden Maßnahmen. Fußballfans müssen sich wohl damit abfinden, dass die Europameisterschaft verschoben wird. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will Einreisen in die Europäische Union für 30 Tage auf ein Minimum beschränken. Ausgenommen werden sollen - neben EU-Bürgern - unter anderen Ärzte, Krankenpfleger, Forscher und Experten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zufolge sollen die EU-Außengrenzen ab heute Mittag geschlossen werden. Die EU-Staaten wollen darüber heute entscheiden. Von der Leyen sprach zuvor mit den Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Industriestaaten (G7), unter anderen auch mit US-Präsident Donald Trump.

Deutschland hat inzwischen an Grenzübergängen zu Österreich, Frankreich, Luxemburg und Dänemark sowie zur Schweiz mit strengen Grenzkontrollen begonnen. Der Warenverkehr und Berufspendler sind davon nicht betroffen. dpa

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