27. Dezember 2019, 22:24 Uhr

»Größtes Artensterben seit den Dinos«

27. Dezember 2019, 22:24 Uhr
Laut WWF ist die Zahl von Koalabären in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft. FOTO: DPA

Berlin (dpa). Mehr als 30 000 Tiere sind auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion IUCN als bedroht vermerkt. Rund 6400 davon sind vom Aussterben bedroht. Derzeit sei das »größte Artensterben seit Verschwinden der Dinosaurier« im Gange, erklärte die Umweltstiftung WWF am Freitag zum Erscheinen ihrer neuen Liste der Gewinner und Verlierer im Tierreich 2019. Für einige Tiere ging es in diesem Jahr aber auch bergauf. Als Verlierer bezeichnet der WWF:

Eisbären: Den Tieren geht es laut WWF in einigen Regionen deutlich schlechter. Insgesamt könnte ein Drittel der globalen Population bis 2050 verschwinden. Schuld daran sei vor allem die Klimakrise. So leben demnach in der nördlichen Hudson Bay noch 842 Tiere.

Sumatra-Nashörner: Das letzte Sumatra-Nashorn Malaysias starb im November. Der Lebensraum der Tiere war enorm geschwunden, weil der Wald für Palmölplantagen, Papierproduktion und Bergbau gerodet wurde. Derzeit streifen laut WWF-Schätzungen weniger als 80 Tiere durch Indonesien.

Koalas: Bei schweren Buschbränden in Aus-tralien sind seit Oktober mehr als 2000 Koalas verbrannt. Große Flächen an Eukalyptuswäldern, Lebensraum und gleichzeitig Nahrungsgrundlage der Koalas, sind niedergebrannt. Die Tiere kommen nur in Australien vor. Laut WWF ist die Zahl in den vergangenen 25 Jahren um rund ein Drittel geschrumpft. Als Gewinner sieht der WWF:

Goldschakale: Der kleine Bruder des Wolfes verlässt den warmen Südosten Europas und besiedelt Gebiete in Mitteleuropa. Das ist nach Ansicht des WWF eine Konsequenz der Erderhitzung. Auch in Deutschland werden die Tiere ab und zu gesichtet.

Saiga-Antilopen: Vor knapp drei Jahren starben Tausende mongolische Saiga-Antilopen an einer Viruserkrankung, die von Schaf- und Ziegenherden übertragen wurde. Der Bestand schrumpfte demnach von 11 000 auf 3000 Tiere. Allerdings zeigen einige Tiere mittlerweile Immunität gegen das Virus.

Hirschferkel: Im November sichteten Forscher erstmals nach 30 Jahren wieder ein Vietnam-Kantschil. Das Huftier aus der Familie der Hirschferkel war im Osten Vietnams in eine Kamerafalle getappt. Der letzte bekannte Artgenosse des Tieres war im Jahr 1990 von einem Jäger erschossen worden.

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