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Biervielfalt im Web und per App

Die digitale Revolution macht vor Gerstensaft keinen Halt. Das World Wide Web und Apps bieten vor allem immer mehr Möglichkeiten, die Vielfalt der hiesigen Brauerei- und Bierlandschaft zu überblicken.
13. Oktober 2017, 12:26 Uhr
DPA
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Bitte ein Bit: Mit Apps wie »Untappd« kann man mit dem Handy verschiedene Biersorten bewerten und sich Notizen zum Geschmack machen. (Foto: dpa)

Die Verbraucher in Deutschland kaufen weniger Bier, dafür aber immer öfter besondere Sorten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen aus dem April 2017. Wer den Gerstensaft in all seinen Ausprägungen besser kennenlernen möchte, dem helfen viele gute WebSeiten und Apps rund um Genuss oder Herstellung.

»Bier und das Brauen erleben in Deutschland eine echte Renaissance – immer mehr Betriebe gründen sich, und private Braukurse sind auf Monate ausgebucht«, sagt Holger Eichele, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Brauerbund (DBB) in Berlin. Rund 6000 Biermarken gibt es hierzulande – nicht leicht, da überhaupt einen Überblick zu bekommen. Doch es gibt interessante Web-Seiten rund um das Bier und die hiesige Brauereilandschaft, etwa »Bierbasis.de«, wo man die verschiedensten Brauerzeugnisse auch bewerten kann. Wer den feinen Geschmacksnoten von Hopfen und Malz nachspüren möchte, der kann neben der Bewertung auch die eigenen Eindrücke festhalten.

»Die vielleicht nützlichste App, um sich zu informieren und sich Notizen zu getrunkenen Bieren zu machen, ist wohl ›Untappd‹«, sagt der Bamberger Bierunternehmer Christian Klemenz. »Dort kann man Biere bewerten, Verkostungsnotizen erstellen und vergisst so kein neues Geschmackserlebnis mehr.« Auch Sandra Ganzenmüller vom Verband der Diplom-Biersommeliers kennt die App. »Durch Scannen des Barcodes oder über die Suchfunktion nach Biernamen und Brauerei findet man die Biere«, erklärt sie. Biere, die man probiert hat, kann man zusätzlich auf einer Skala von null bis zwölf bewerten, den Ort der Verkostung festhalten, Freunde verlinken und ein Bild hochladen. »Man kann hier auch Badges sammeln, also bestimmte Auszeichnungen, wenn man beispielsweise fünf verschiedene belgische Biere getrunken hat oder direkt in der Brauerei das Bier getrunken hat«, sagt Biersommelière Ganzenmüller. Auch die Craftbeer-Bewegung aus den USA hat hierzulande längst Fuß gefasst. Darunter werden Biere aus kleinen Brauereien verstanden, die ihre handwerkliche Arbeit, Unabhängigkeit und Produktqualität betonen, was sich nicht nur im Geschmack, sondern auch im Preis ihrer Biere widerspiegeln kann. Mit dem Erfolg der Bewegung ist auch die Zahl deutscher Szene-Websites gestiegen. »Eine sehr renommierte und in der Craft–Szene beliebte Seite ist »Feinerhopfen.com«, sagt Holger Eichele vom DBB. In dem Blog finden sich etwa Beiträge über die Bierszene, Interviews mit Brauern, Veranstaltungs- und Trendberichte sowie Bier-Vorstellungen. Die Website »Craftbeer-Revolution.de« präsentiert nicht nur Biere und Braustile aus der Szene, sondern auch Interviews mit Produzenten und Experten der Branche. Christian Klemenz rät zur Lektüre des Online-Craftbeer-Magazins »Hopfenhelden.de«, um sich ein Bild von den neuen und unkonventionellen Biermachern und ihren Produkten zu machen, während die Facebook-Seite »(Craft)Beer in Deutschland und Österreich« als eine Anlaufstelle für Fragen gelte. Zur Szene gehört auch das Hobbybrauen: Wer Bier nicht nur genießen, sondern auch selbst produzieren möchte, kann sich ein Starter-Set für Brauer kaufen – oder funktioniert gar die eigene Badewanne um.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/ueberregional/mantelredaktion/multimedia/Multimedia-Biervielfalt-im-Web-und-per-App;art532,329941

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