17. September 2017, 21:58 Uhr

Ziel von Wut und Zerstörung

17. September 2017, 21:58 Uhr
Ruiniert: Nicht nur FDP und Grüne, die an diesem Wochenende noch einmal zu Wahlparteitagen zusammenkamen, beklagen Zerstörungen ihrer Werbeplakate. (Foto: dpa)

Wahlplakate sind ein beliebtes Ziel, um Wut und Aggressionen gegen Politiker oder Parteien abzulassen. Und der politische Gegner greift schon mal zum Mittel des Fälschens. Eine Auswahl kurioser Fälle:

Überklebt: In Leverkusen sorgt ein Wahlplakat mit dem Konterfei von Ex-Bundeskanzler Willy Brandt für Aufregung. Das historische Plakat von 1972 hatten Unbekannte passenderweise am Willy-Brandt-Ring aufgestellt. Die örtliche SPD hat nach eigenen Angaben nichts damit zu tun, bedankte sich aber für die Wahlkampfhilfe.

Beschädigt: Viele Parteien beschweren sich über beschmierte, beschädigte oder abgerissene Wahlplakate. Die AfD in München hat daher zu drastischen Maßnahmen gegriffen: 400 Euro will die Partei als Belohnung für »die Ergreifung von Plakatvandalen« an Mitarbeiter von Sicherheitsunternehmen zahlen. Ein Budget in Höhe von 20 000 Euro steht Münchner AfD-Kreisverbänden zufolge dafür zur Verfügung. Bisher sei die Prämie noch nicht ausgezahlt worden, sagte Wolfgang Wiehle, Kreisvorsitzender der AfD München-Süd. »Wir gehen davon aus, dass es bisher eine präventive Wirkung hat.«

Gefälscht: FDP-Wahlplakate mit gefälschten Sprüchen wurden Mitte Juli von den Grünen auf Twitter verbreitet. »Freie Fahrt für freie Porsche-Fahrer? Eigentlich wollte ich nie was anderes.«, war darauf zum Beispiel in pinken Buchstaben auf gelbem Grund neben einem Schwarz-Weiß-Foto des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner zu lesen. Das sei eine »Satire-Aktion im Vorwahlkampf« gewesen, heißt es dazu von der Parteipressestelle der Grünen. Die erfundenen Zitate seien in Reaktion auf die Vorstellung der FDP-Wahlplakate entstanden und sollten keine große Sache werden. »Uns kam es so vor, dass die FDP das sportlich genommen hat«, sagte ein Grünen-Sprecher. Die Liberalen hingegen waren der Meinung, dass das Vorgehen der Grünen unzulässig war. »Wir haben jedoch davon abgesehen, juristisch gegen die Grünen vorzugehen«, sagte FDP-Bundesgeschäftsführer Marco Buschmann. Auch die CDU hatte Ärger wegen eines angeblich von der DDR-Staatspartei SED abgekupferten Slogans. Ein Facebook-Post des in rechtsnationalen Kreisen populären Accounts »Politik und Zeitgeschehen« sollte beweisen, dass der Spruch »Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben« von der SED stammt. Das angebliche Beweisfoto stellte sich jedoch als Fälschung heraus.

Abgehängt: Mit einem abgehängten AfD-Plakat landete ein Bürgermeister einen Facebook-Hit: Heiko Senking, Verwaltungschef im niedersächsischen Ebstorf, entfernte ein AfD-Plakat vor der Geschäftsstelle des Turn- und Sportvereins Ebstorf – und zeigte sich gleich selbst an. Er empfand es als Zumutung für die Teilnehmer der Sportgruppen, viele darunter Migranten, an dem AfD-Slogan »Neue Deutsche? Machen wir selber!« vorbeigehen zu müssen. Sein Post wurde tausendfach geteilt, viele Medien berichteten darüber. Mittlerweile ist Senkings Beitrag in dem sozialen Netzwerk jedoch nicht mehr auffindbar.

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