Manche Medien haben geschickt versucht, die Spannung bis zum Schluss hochzuhalten. Am Ende war es aber dann doch eine ganz klare Sache: Emmanuel Macron wird der neue Staatspräsident Frankreichs. Marine Le Pen hatte keine Chance, weil viele Macron wählten, um eben die Front-National-Kandidatin zu verhindern. Und nicht, weil sie aus fester Überzeugung hinter dem früheren Wirtschaftsminister und Investmentbanker stehen.

Nun also Erleichterung bei allen, die an dem ins Gerede gekommenen Projekt Europa festhalten. Und die mit Rechtspopulisten nichts am Hut haben. Ein bisschen Freude aber auch bei den Rechtsaußen: Le Pen stand im Finale, und sie hat rund 35 Prozent der Stimmen bekommen. Ja, mag sein, es hätte auch schlimmer kommen können.

Unbeschriebenes Blatt

Aber 35 Prozent – das ist viel. Viel zu viel. Das wird den anderen europäischen Parteien, die stramm rechts bis rechtsextrem einzuordnen sind, jedenfalls mehr Mut machen als dass es Frust auslöst. Der AfD zum Beispiel. Und die will ja im Herbst in den Bundestag.

Der ganz große Erfolg ist den Rechtspopulisten in Europa bei den ersten Wahlen in diesem Jahr allerdings verwehrt geblieben. Dennoch sind sie stark, und man weiß nicht, was noch kommt. Entspannt zurücklehnen können sich die gemäßigten und proeuropäischen Parteien deshalb nicht.

Das gilt vor allem für Macron. Er ist ein unbeschriebenes Blatt, man weiß nicht genug über ihn, um sagen zu können, wohin er genau will. Zwei Dinge aber machen Hoffnung: Er bekennt sich zu Europa und zu einer engen Partnerschaft mit Deutschland. Gleichwohl müssen erst mal Zweifel angemeldet werden, ob er Frankreich in eine Richtung mitnehmen kann, die den Rechten und Linken im Land das Leben schwer macht. Zuletzt jedenfalls hatten die Radikalen sehr große Zustimmungswerte.

Macron wird deshalb gar nichts anderes übrig bleiben, als den Namen seiner Partei auch als Schlagzeile über sein Programm zu stellen: Vorwärts! Er muss nach vorne gehen und dabei die Menschen mitnehmen. Aber in eine klar erkennbare Richtung, nicht auf einen Zickzackkurs. Amtsinhaber Hollande hat das nie geschafft. Wenn es Macron auch nicht gelingt, wird Le Pen eine neue Chance bekommen. Und sie vielleicht auch nutzen.

Auch wenn Macron klar gewonnen hat: Geheilt vom Rechtspopulismus sind die Franzosen jedenfalls noch lange nicht.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Alternative für Deutschland
  • Deutscher Bundestag
  • Investmentbanker
  • Marine
  • Marine Le Pen
  • Medien und Internet
  • Rechtspopulisten
  • Spannung
  • Staatspräsidenten
  • Wirtschaftsminister
  • Burkhard Bräuning
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos