23. Juli 2017, 21:11 Uhr

Trumps neues Dreamteam für Kommunikation

23. Juli 2017, 21:11 Uhr
Keine Anfänger in Sachen Außenwirkung: Sarah Huckabee Sanders und Kommunikationschef Anthony Scaramucci bei einer Pressekonferenz am Wochenende. (Foto: dpa)

Sarah Huckabee Sanders ist erst 34 Jahre alt, aber schon so etwas wie eine Veteranin im politischen Geschäft. Als Tochter des ehemaligen Gouverneurs von Arkansas, Mike Huckabee, kam die künftige Chefsprecherin von Präsident Donald Trump schon als Kind beinahe tagtäglich mit Politik in Berührung, half ihrem Vater in dessen Wahlkämpfen. »Während andere draußen mit dem Seil hüpften, hat sie am Küchentisch Wahlanalysen zugehört«, zitiert der Sender Fox News Mike Huckabee.

Gelernt, sich zu behaupten

Und auch weil Sarah mit zwei älteren Brüdern aufgewachsen sei, habe sie es gelernt, sich zu behaupten: »Sie hat ein sehr gutes Herz, aber sie ist zäh.« Das hat die – wie ihr Vater tief religiöse – Baptistin bereits bei ihren wiederholten Auftritten als stellvertretende Pressesprecherin des Weißen Hauses bewiesen. Sie ist ruhig, eher trocken, es scheint schwer zu sein, sie aus der Fassung zu bringen. Zugleich hat die verheiratete Mutter von drei kleinen Kindern den volkstümlichen Stil ihres Vaters und dessen beißenden Sarkasmus.

Sanders hatte eine führende Rolle in beiden Präsidentschaftswahlkämpfen ihres Vaters (2008 und 2016), und half auch einer Reihe von Senatoren in deren Wahlkampagnen. Nach ihrem Studium an einer Baptisten-Universität arbeitete sie unter dem damaligen Präsidenten George W. Bush im Bildungsministerium, und sie ist Mitgründerin einer Beraterfirma in Arkansas. In Trump sieht sie einen erfrischenden Outsider und einen Fürsprecher »der arbeitenden Familien, nicht der Washington-Wall Street-Eliten«.

Als Anthony Scaramucci am Freitag sein Debüt als Kommunikationsdirektor des Weißen Hauses gab, bekundete er gleich 20-mal seine »Liebe« zu Donald Trump und dessen Regierung. Und das sagt schon ziemlich viel über den 53-jährigen multimillionenschweren New Yorker Ex-Finanzier. Scaramucci ist gesprächig, überschwänglich, er gilt als glatt, ein Mann, der gern verkauft.

Bevor der telegene Harvard-Absolvent seinen neuen Posten erhielt, war er bereits einer der eloquentesten und entschiedensten Fürsprecher von Donald Trump in diversen Fernsehsendungen. Wie es heißt, mag der Präsident »theMooch«, wie Scaramucci in Manhattan genannt wird, sehr, weil er ihm in vielen Punkten ähnlich sei – von seinem exaltierten New Yorker Stil bis hin zu seinen Erfolgen als Geschäftsmann.

Scaramucci kam als Sohn eines italienischen Immigranten zur Welt, der im Sandtagebau arbeitete. Er selber war früher unter anderem bei Goldman Sachs tätig und hob dann eine eigene Investment-Firma aus der Taufe. 2005 gründete er Sky Bridge Capital, das er Anfang des Jahres verkaufte. Er hatte auch eine eigene Fernsehshow, »Wall Street Week«.

Früher kein Trump-Fan

Der verheiratete Scaramucci war nicht immer ein Trump-Anhänger. So hatte er im vergangenen Vorwahlkampf zunächst die republikanischen Bewerber Scott Walker und dann Jeb Bush unterstützt. 2015 nannte er Trump in einer TV-Sendung unter anderem einen »politischen Nichtsnutz«, was er am Freitag als »einen meiner größten Fehler« bezeichnete. Jetzt nennt er Trump einen »wunderbaren Menschen«.

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