19. Januar 2017, 22:15 Uhr

Noll will Brücken bauen

Eigentlich wollte Michaela Noll Sportlehrerin werden. Doch dann entschied sie sich für Rechtswissenschaft und Politik. Jetzt tritt die 57-Jährige aus dem rheinischen Mettmann das hohe Amt der Bundestagsvizepräsidentin an. Damit habe sie vorher nie gerechnet, sagte Noll. Sie sehe sich in der neuen Funktion als »Brückenbauerin zwischen Parlament und Gesellschaft«. Seit 2002 sitzt die CDU-Abgeordnete im Bundestag. Die Plenardebatte verfolgt sie künftig also auch aus einer anderen Perspektive – vom Präsidiumsplatz aus.
19. Januar 2017, 22:15 Uhr
Noll

Eigentlich wollte Michaela Noll Sportlehrerin werden. Doch dann entschied sie sich für Rechtswissenschaft und Politik. Jetzt tritt die 57-Jährige aus dem rheinischen Mettmann das hohe Amt der Bundestagsvizepräsidentin an. Damit habe sie vorher nie gerechnet, sagte Noll. Sie sehe sich in der neuen Funktion als »Brückenbauerin zwischen Parlament und Gesellschaft«. Seit 2002 sitzt die CDU-Abgeordnete im Bundestag. Die Plenardebatte verfolgt sie künftig also auch aus einer anderen Perspektive – vom Präsidiumsplatz aus.

Noll folgt Peter Hitze nach, der im November an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben war. Bundesweit bekannt wurde die Christdemokratin, als sie keinen Geringeren als Peer Steinbrück gleich zweimal hintereinander bei der Bundestagswahl im Ringen um das Direktmandat im Wahlkreis Mettmann nahe Düsseldorf locker aus dem Rennen schlug. Schon 2009 unterlag der SPD-Mann Noll deutlich. Mit noch größerem Abstand ließ sie (50,6 Prozent) Steinbrück (33,3 Prozent) dann bei der Wahl 2013 hinter sich. Obwohl dieser damals mit dem Bonus des Kanzlerkandidaten antrat. Noll hatte den Heimvorteil. Sie pflegt den direkten Kontakt zum Bürger, gilt als gut vernetzt.

Seit 2010 ist Noll Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, zuvor war sie Justiziarin der CDU-Fraktion. In Düsseldorf arbeitete sie von 2010 bis 2012 als stellvertretende Landesvorsitzende unter dem damaligen glücklosen CDU-Parteichef Norbert Röttgen, der die Landtagswahl 2012 krachend verlor. Nach diesem historischen Absturz der Landespartei auf magere 26 Prozent trat die Katholikin im Sommer 2012 nicht wieder für den Posten an. »Das Ergebnis ist mir an die Substanz gegangen«, sagte Noll kurz darauf. Sie habe ihren Platz geräumt, weil es neue Gesichter gebraucht habe.

Im Bundestag setzt sich Noll vor allem für die Belange von Kindern und Familien ein. Die 57-Jährige ist ein Christkind – am 24. Dezember geboren – und hat sechs Geschwister. Die Tochter eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter wurde nach dem Studium als Rechtsanwältin zugelassen und ist auch ausgebildete Dolmetscherin. Als ihr Sohn Mitte der 90er Jahre keinen Kita-Platz bekam, war das der Auslöser, in die Politik zu gehen.

Im Dezember erhielt Noll das Verdienstkreuz, auch für ihr ehrenamtliches Engagement zugunsten benachteiligter Menschen. Mit ihrem Mann wohnt sie im rheinischen Haan. Für Wasserskifahren und Joggen daheim im Grünen dürfte es jetzt zeitlich enger werden.

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