23. Mai 2017, 21:20 Uhr

Niemals

23. Mai 2017, 21:20 Uhr
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Von Annette Spiller

Niemals nie zu sagen ist oft richtig. Hier nicht. Nie, nie, niemals werden wir uns mit dem Terror abfinden. Nicht mit dem, der sich tagtäglich Tausende Kilometer entfernt ereignet, und nicht mit dem, der uns ganz nah kommt. Nie werden wir zulassen, dass die Skepsis gegenüber anderen Menschen, die Angst vor der Zukunft überhand nehmen – weil wir uns dann irgendwann selbst vor dem eigenen Schatten fürchten werden. Niemals werden wir vergessen, dass uns das Leben geschenkt wurde, um dafür einzustehen, es zu achten und zu schützen – und auch, um es mutig anzugehen, unseren Platz in dieser Welt auszufüllen, unseren Teil beizutragen, ihr ein menschliches Antlitz zu geben.

Niemals werden wir uns also darauf zurückziehen, zu jammern, alles schlechtzureden – oder den Kopf in den Sand zu stecken. Nie zu unterlassen, gegen Gewalt, Missgunst, Hass und Terror Zeichen der Solidarität, des Miteinanders und der Menschlichkeit zu setzen, sollte unser Ziel bleiben. Nein, wir werden nicht zu Hause bleiben von Großveranstaltungen und Flughäfen, unseren Kindern keine Angst machen, wenn sie ausgehen wollen. Nie werden wir freiwillig und kleinmütig ihre oder unsere Flügel stutzen, sondern alle Räume und Freiheiten einnehmen, die uns dieses Leben bietet – mit allen Risiken.

Und wenn es noch etwas gibt, das nie passieren darf, dann das: Aufzuhören, jeden neuen Morgen als Geschenk zu begrüßen. Das Leben zu feiern und ihm zu trauen. Wir werden es verteidigen. Unser Herz ist schwer, zwei Tage nach dem Anschlag in Manchester. Aber nie, nie, niemals soll der Terror unser Innerstes zerstören.

Nicht politwochs. Und an keinem anderen Tag unseres Lebens.



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