Seit drei Wochen ist Donald Trump Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Bei seinen Vorgängern war da der anfängliche Jubel schon schwächer, die Skepsis kleiner, die Euphorie gedämpfter geworden. Manchmal traten kleine Zweifel auf, wo vorher die Erwartungshaltung noch groß war. Man gab dem neuen Mann im Amt aber erst einmal ein paar Wochen, um sich auf den Fluren des Weißen Hauses und auf dem internationalen Parkett zurechtzufinden. Bei Trump ist alles anders. Nichts flaut ab, nichts wird weniger, nichts leiser. Und dafür sorgt vor allem Trump selbst. Er macht sein Ding – laut, dröhnend und drohend.

Er belohnt und bestraft

Man könnte ja nun den Medien vorwerfen – Trump und seine Mitstreiter tun das ja auch –, dass sie unfair und nicht neutral berichten, aus jeder Nichtigkeit eine fette Schlagzeile machen. Fakt ist: Keine Tagesschau ohne Trump, keine Talkshow ohne Debatten über den Präsidenten, keine Zeitungsausgabe ohne einen Blick nach Amerika. Mag sein, dass die Presse dankbar ist über einen so ganz anderen Präsidenten. Aber man kann das auch nicht ignorieren, was der Mann da treibt. Er macht sich seine eigenen Gesetze, seine eigene Welt, seine eigene Justiz. Er belohnt und bestraft, walzt alles nieder. Er spaltet, bringt viele Menschen gegen sich auf. Er will Amerika wieder groß machen, dabei war sein Land nie klein. Und richtet doch nur Chaos an – wie bei den Einreisebeschränkungen. Er düpiert Handelspartner, droht Unternehmen im In- und Ausland. Er hält an seinen Plänen für einen Mauerbau fest – und stößt damit dem Nachbarland Mexiko vor den Kopf. Er bringt Rassisten in hohe Ämter, beschäftigt einen Pressesprecher, der die Medienvertreter abkanzelt, seinen Hass auf Journalisten nicht verbergen kann. Jetzt spricht er auch noch von »sogenannten Richtern«. Trump ist kein Präsident, er ist ein Löffelausgeber, ein selbstgerechter Despot. Drei Wochen im Amt – und schon so viel Vertrauen zerstört. Vertrauen in dieses Land. Nicht in ihn. Denn wie kann man so einem Mann vertrauen?

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