31. Januar 2017, 22:18 Uhr

Der Egomane

Donald Trump statuiert ein Exempel. Kurzerhand hat er seine kommissarische Justizministerin gefeuert, weil die es gewagt hatte, den Präsidenten an die Verfassung zu erinnern und seinen Einreiseverboten zu widersprechen. Eine Stimmung von Kritik und wachsendem Widerstand verbreitet sich im Land. Es rumort in den Vereinigten Staaten.
31. Januar 2017, 22:18 Uhr
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Donald Trump statuiert ein Exempel. Kurzerhand hat er seine kommissarische Justizministerin gefeuert, weil die es gewagt hatte, den Präsidenten an die Verfassung zu erinnern und seinen Einreiseverboten zu widersprechen. Eine Stimmung von Kritik und wachsendem Widerstand verbreitet sich im Land. Es rumort in den Vereinigten Staaten.

Trump hat sich bisher mit der halben Welt angelegt. Mit China, der EU und mehreren Mitgliedern, mit den muslimischen Ländern, mit seinen Nachbarn und Handelspartnern. Auch innenpolitisch gilt für ihn »Viel Feind, viel Ehr!«. Es grummelt auch im diplomatischen Dienst, in den Sicherheitsdiensten, sogar in seiner eigenen republikanischen Partei.

Ein Präsident, der ein blendendes Wirtschaftswachstum und neuen Wohlstand für breite Schichten versprochen hat, ist jedoch sehr schlecht beraten, sich die eigenen Top-Unternehmen zu Feinden zu machen. Aber genau das tut Trump. Führende Banken und Technologiekonzerne, Versand- und Kaffeeketten, selbst Industriekonzerne wettern gegen die Trumpsche Abschottungspolitik. Aus Kultur und Sport und von den Stars auf dem roten Teppich hagelt es harsche oder ironische Kritik. Die zunehmenden Demonstrationen belegen, dass es auch in der Bevölkerung brodelt.

Die bisherigen Partner der USA halten, von der deutschen Bundeskanzlerin abgesehen, ihre Bedenken und Vorwürfe noch vornehm zurück. Kritik wird, wenn überhaupt, hinter vorgehaltener Hand geäußert. Schließlich möchte man die gewachsenen Verbindungen nicht gefährden. Sie alle hängen der globalen Hoffnung an. Der Egomane im Weißen Haus werde irgendwann sein Mütchen gekühlt haben, zur Vernunft kommen oder durch Sachzwänge zu ihr gedrängt werden. Aufgegangen ist diese Hoffnung bisher nicht, vielleicht wird sie es nie. Der Rest der Welt muss enger zusammenrücken und sich auf die eigene Stärke besinnen.

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