In Bayern gehen die Uhren immer noch anders als im Rest der Republik. Man legt noch Wert auf Tradition, pflegt die Gemütlichkeit, lässt den Dingen Zeit, zu wachsen, zu reifen, zu werden. Die Alten gelten noch was, werden geschätzt. Nun ist Horst Seehofer ja noch nicht so richtig alt. 68 wird er im Juli. Eigentlich wollte er aber seine politische Karriere bis zur nächsten Landtagswahl in Bayern beenden, wollte Jüngere ranlassen. Im Herbst 2018 sollte es so weit sein. Nun bleibt er noch. Und das ist eine richtig gute Entscheidung. Zumindest für seine Partei.

Seehofer hat, so sagt er, alle gefragt: Familie, Freunde, Ärzte. Alle haben Ja gesagt. Was bedeutet: Er hat Rückendeckung, er ist gesund. Und er will, hat noch Lust auf Politik und alles, was da dranhängt. Das ist die eine Seite. Die andere ist für die CSU wenig erfreulich. Sie hat derzeit neben Seehofer personell nicht viel zu bieten. Er ist alternativlos. Markus Söder mag sich selbst zwar für den einzig legitimen Nachfolger Seehofers halten. Aber er wirkt bei seinen öffentlichen Auftritten immer noch wie ein naseweiser, manchmal auch rüpelhaft auftretender Oberprimaner. Aber nicht wie ein Politiker, dem man zutraut, dass er das wirtschaftsstarke Bundesland regieren kann – und dazu auch noch eine siegesgewohnte und selbstbewusste Staatspartei wie die CSU.

Ähnlich zielstrebig agiert Ilse Aigner. Sie hatte sich wie Söder frühzeitig in Stellung gebracht, war sogar aus Berlin heimgekehrt in die Landespolitik. Weder Söder noch Aigner konnten den Amtsinhaber überzeugen. Er traute beiden nicht zu, das Land und die Partei zu führen. Damit ist die Nachfolgefrage erst mal verschoben, aber sie wird sich irgendwann stellen. Seehofer kann nicht ewig weitermachen. Söder ist erst 50, Aigner auch gerade erst 53. Sie haben also noch ein bisschen Zeit.

Vielleicht aber hat Seehofer ganz andere, richtig kühne Pläne. Vielleicht setzt er auf einen, der mal als künftiger Kanzlerkandidat gehandelt wurde, dann aber ganz tief fiel: Karl-Theodor zu Guttenberg. Warum nicht. Guttenberg hat ganz viel Zeit. Er ist erst 45. Und er ist beliebt ...

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