14. Februar 2020, 18:41 Uhr

Schwarz, rund und superstabil

Egal ob das schnellste Auto und das beste Motorrad: Alle Fahrzeuge brauchen gute Reifen. Aus was besteht so ein Reifen eigentlich? Und wie hält er hohe Geschwindigkeiten aus?
14. Februar 2020, 18:41 Uhr
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Von DPA
Diese Reifen sind fertig. Das erkennt man am Profil in der Lauffläche. FOTO: RAPHAEL SPRENGER/CONTINENTAL/DPA

Jedes Auto braucht sie zum Fahren. Jedes Flugzeug nutzt sie zum Landen. Auch für Fahrräder sind sie total wichtig. Reifen! Wie diese runden schwarzen Teile hergestellt werden, kann man zum Beispiel in einer Reifenfabrik im Bundesland Hessen sehen. Dort werden jeden Tag Tausende Sommerreifen und Winterreifen für Autos sowie Reifen für Zweiräder hergestellt.

In den Hallen merkt man schnell: Der wichtigste Bestandteil eines Reifens ist die Gummimasse. Sie ist schwarz, extrem klebrig und besteht zum größten Teil aus Kautschuk. Diesen Stoff gewinnt man aus bestimmten Bäumen, die in Asien und Südamerika wachsen. Dann wird der Kautschuk noch mit einigen Zusatzstoffen vermischt, und schon kann es losgehen mit dem Reifenbau.

»Die Rohmasse ist am Anfang noch ganz weich, so ähnlich wie ein Kaugummi«, erklärt Hans-Friedrich Engelbracht. Er hat jahrelang in einer Reifenfabrik gearbeitet. Dieser Gummi wäre ungeeignet, um darauf zu fahren. Er würde einfach an der Straße kleben bleiben.

Aber weil die Masse so weich ist, kann man sie gut formen. Und genau das machen große Maschinen, die in der Fabrik stehen. Sie pressen die Gummimasse so, dass zwei sehr lange Bänder entstehen. In das eine Band werden unzählige dünne Fäden eingearbeitet. Dadurch wird der Gummistreifen richtig stabil. Später soll sich ja kein Platten bilden! Dieses erste Band wird der Innenteil des Reifens.

In das zweite Band wird eine Schicht aus Stahldrähten eingearbeitet. Das wird später die Außenseite des Reifens. Die Drähte halten den Reifen so auch bei hohen Geschwindigkeiten fest zusammen. Ohne sie würde der Gummi beim Fahren einfach auseinanderfliegen. Denn selbst wenn man nur langsam durch einen Ort fährt, dreht sich ein Autoreifen mehrere Hundert Mal in der Minute.

Von den beiden langen Bändern werden kleinere Stücke abgeschnitten. Jedes wird so verklebt, dass ein Ring entsteht. Nun sieht das Ganze schon fast wie ein fertiger Reifen aus. Er ist aber noch immer sehr weich!

Deswegen kommt der Reifen am Ende in eine Art Backofen. Dort wird ihm durch eng anliegende Formen von außen sein Profil eingestanzt. Außerdem wird der weiche Gummi durch die Hitze gehärtet. Nachdem der Reifen etwas abgekühlt ist, wird er noch einmal überprüft. Dann kann er auf eine Autofelge gesteckt und aufgepumpt werden. Und ab geht die Fahrt!

Könnte man Autoreifen auch einfach an ein Flugzeug montieren? Das geht nicht, denn die Reifen sind unterschiedlich gebaut. Wenn Flugzeuge starten und landen, müssen ihre Reifen kurze Zeit extrem viel aushalten. Denn so ein Flugzeug, etwa mit Hunderten Menschen und Gepäck an Bord, wiegt sehr viel.

Motorräder brauchen wieder andere Reifen. Diese sind an den Außenseiten runder geformt. Denn beim um die Kurve Fahren kippt ein Motorrad immer ein bisschen zur Seite. Damit es dabei den Kontakt zur Straße nicht verliert, sind die Reifen abgerundet. An Lastern wiederum finden sich größere Reifen als an Autos oder Motorrädern.



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