12. April 2017, 21:09 Uhr

Ort voller Rätsel

12. April 2017, 21:09 Uhr
Sie sind riesengroß und weltberühmt: die Moai. So werden diese Steinfiguren auf der Osterinsel genannt. Die Figuren sollen Ahnen darstellen. Unter der Plattform einiger Figuren haben die Fachleute im Boden Skelette gefunden. Dort wurden also früher Menschen bestattet. (Foto: dpa)

»Wenn man mit dem Flugzeug dorthin reist, sieht man stundenlang nur Wasser. Aber dann taucht es plötzlich auf: ein winziges Fleckchen Erde, mitten im Ozean«, erzählt Andreas Mieth begeistert. Schon als Junge war er von diesem kleinen Fleckchen Erde fasziniert: der Osterinsel.

Sie liegt mitten im Pazifischen Ozean, viele Tausend Kilometer vom Festland entfernt. Die Osterinsel gehört wohl zu den geheimnisvollsten Orten der Welt. Auch der Name der Insel klingt besonders. Sie heißt so, weil sie an Ostern entdeckt wurde – vor fast 300 Jahren.

Palmenfrage gelöst

Andreas Mieth hat die Insel schon viele Male besucht. Er ist Forscher und beschäftigt sich mit der Geschichte der Insel. Er erzählt: »Wir stoßen auf immer neue Geheimnisse. Manches wird vielleicht nie gelöst werden.« So wie das Geheimnis um die Moai. So heißen die riesigen Steinfiguren, die man auf der Insel finden kann.

Ein Rätsel haben Andreas Mieth und seine Kollegen genauer untersucht. Sie wollten herausfinden, warum es auf der Insel keinen Wald mehr gibt. »Vor mehreren Hundert Jahren war die Insel noch dicht mit besonderen Palmen bewachsen«, erklärt Andreas Mieth. Von den Palmen ist heute aber nichts mehr zu sehen.

Lange haben die Forscher gerätselt, was mit den Palmen passiert ist. Und sie haben unterschiedliche Erklärungen dafür. Andreas Mieth ist sich sicher: »Sie wurden gerodet. Das bedeutet, die Palmen wurden gefällt und die Stümpfe abgebrannt.«

Doch warum machten die Inselbewohner das? Vielleicht wegen des süßen Safts der Palmen. Der diente den Menschen vermutlich als Ersatz für Trinkwasser. Aus einer einzigen Palme konnten die Menschen bis zu 400 Liter Flüssigkeit gewinnen.

Doch die Palmen waren irgendwann weg und die Menschen bekamen ein Problem. Das hatte mit dem Erdboden zu tun. Ohne die Pflanzen war der Boden ungeschützt. Er konnte etwa leicht vom Regenwasser weggespült werden. »Die Menschen erkannten das Problem aber wohl ziemlich schnell und hatten eine fantastische Idee«, weiß Andreas Mieth. Sie bedeckten ihre Felder und Gärten dicht mit Steinen, die man heute noch sehen kann. Das schützte den Boden. So konnten die Menschen dort etwa Bananen und Süßkartoffeln anbauen. Und sie konnten ohne Palmen überleben. Einige Geheimnisse der Osterinsel sind also gelüftet.

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