19. Mai 2017, 17:46 Uhr

Ein Tag im Labor

19. Mai 2017, 17:46 Uhr
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Von DPA
Wie eine echte Forscherin: Im Analytiklabor arbeitet die neunjährige Jo mit der Chemikerin Sandra zusammen. (Foto: dpa)

Das Erste, was Jo dachte, als sich die Tür zum Labor öffnete war: »Cool!« Sie sah einen hellen Raum mit großen Fenstern und weißen Fliesen am Boden. Überall standen hohe Tische und Regale mit einer Menge Schubladen darin. Und: »Da standen so viele Geräte herum, die ich noch nie vorher gesehen hab«, erzählt Jo. »Die wollte ich alle ausprobieren.«

Jo heißt eigentlich Johanna. Aber sie mag es lieber, wenn man sie Jo nennt. Sie ist neun Jahre alt und kommt aus einem kleinen Ort im Bundesland Bayern. Eine Weile wollte sie Chemikerin werden. Im Moment überlegt sie, ob sie später vielleicht auch Affenforscherin sein könnte, aber das ist eine andere Geschichte. Jedenfalls: Vor einigen Monaten schenkte ihre Tante ihr einen Tag im Labor. Das heißt: Die Tante organisierte, dass Jo mit einer Chemikerin im Labor ihrer Firma einige Experimente machen konnte. »Die untersuchen Wasser«, weiß Jo über die Firma.

An einem Freitag holte ihre Mama sie also mittags von der Schule ab und brachte sie in das Labor der Firma. Jo war gut vorbereitet. »Ich musste feste Schuhe anziehen und eine lange Hose«, erzählt sie. Sie trug außerdem einen weißen Laborkittel, Schutzhandschuhe und eine Schutzbrille. Diese Kleidung ist in dem Labor Vorschrift.

Außerdem hatte sie zwei große Plastikflaschen mit Wasser dabei. In die eine hatte sie zu Hause Wasser vom Hahn gefüllt, in die andere Regenwasser aus dem Regenwasser-Becken in ihrem Garten. Mit dem Wasser aus diesen Flaschen machten sie nun Experimente.

Experiment mit »coolen Geräten«

»Wir haben das Wasser in so dreieckige Gläser gefüllt, die oben eng werden«, erzählt Jo. Erlenmeyer-Kolben heißen die. Die beiden Gläser stellten sie auf einen der hohen Tische mit den vielen Schubladen. Jo sollte jeweils eine Tablette hineinwerfen – und flugs färbte sich das Wasser rot.

Zusammen mit der Chemikerin stellte Jo dann ein Gerät neben eines der Gläser. Es sieht ein wenig aus wie eine Plastikflasche mit einem langen, dünnen Schlauch daran. Am Ende des Schlauchs ist eine Glasspitze und ein roter Knopf. Das Gerät heißt: Titrier-Bürette.

Jo sollte nun immer wieder den roten Knopf drücken. Jedes Mal tropfte eine durchsichtige Flüssigkeit in das Glas mit dem Wasser. Jo drückte und drückte – und auf einmal war die Flüssigkeit im Glas grün. »Ich musste zählen, wie viel Tropfen es brauchte, bis die Farbe von rot auf grün änderte«, sagt Jo.

Beim Wasser aus dem Hahn musste sie ungefähr 40 Mal tropfen. Beim Regenwasser nur etwa 10 Mal. Mit diesem Experiment bestimmt man die Härte des Wassers, weiß sie inzwischen. Ist Wasser hart, kann sich leichter Kalk bilden. Manchmal verkalken zum Beispiel Geräte wie der Wasserkocher oder die Waschmaschine. Dann bilden sich weiße Ablagerungen. Für die Geräte ist das oft nicht so gut.

Den Tag im Labor fand sie ziemlich gut, sagt Jo. Sie könnte sich vorstellen, später einmal in einem Labor zu arbeiten. Denn: »Dann könnte ich den ganzen Tag mit coolen Geräten arbeiten.«



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