23. Oktober 2017, 17:53 Uhr

Neuer Impfstoff gegen Lepra im Test Raus aus dem Gefängnis im Kopf Viel mehr als nur ein Kratzwerkzeug Sport beugt Brustkrebs vor Protokoll als Hilfe für Kinderarzt

Schöne und gepflegte Nägel gehören zu einem guten Erscheinungsbild. Für ihr Wachstum ist die richtige Ernährung genauso wichtig wie korrektes Feilen. Ist ein Nagel plötzlich verfärbt oder verformt, sollte man einen Hautarzt draufschauen lassen.
23. Oktober 2017, 17:53 Uhr
Ein »Unberührbarer«: In Indien werden Leprakranke auf der untersten Stufe der Kastengesellschaft geächtet. (Foto: dpa)

Im Kampf gegen die Infektionskrankheit Lepra will das Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfswerk DAHW, das am vergangenen Freitag sein 60-jähriges Bestehen feierte, einen neuen Impfstoff auf den Weg bringen. Der Wirkstoff sei bereits erfolgreich an Gürteltieren getestet und vor wenigen Tagen für klinische Studien am Menschen freigegeben worden, sagte DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm dieser Tage.

Gürteltiere eignen sich laut DAHW für solche Tests, weil sie als eines von wenigen Tieren Träger des Lepraerregers sind. »Wir hoffen, dass die Feldstudien innerhalb der nächsten sechs Monate starten können«, sagte Kömm. Die Forschung war von 15 weltweit tätigen Leprahilfsorganisationen finanziert worden. Bislang gibt es laut DAHW keine Lepraimpfung. Lepra ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien ausgelöst wird. Sie führt zu Geschwüren und Wunden sowie zu Verkrüppelungen und Behinderungen. Heutzutage gilt Lepra als heilbar. Die Weltgesundheitsorganisation meldete im September einen leichten Anstieg der Neuerkrankungen. Insgesamt registrierte die WHO 2016 fast 215 000 Fälle. 2015 waren es knapp 212 000 Fälle. Der Großteil der Erkrankten lebten in Indien, Afrika und Brasilien.

In Deutschland werden pro Jahr etwa fünf bis sechs Leprafälle diagnostiziert. Probleme machen dem DAHW zufolge vor allem die Betroffenen in schwer erreichbaren Regionen. »Viele Leprakranke wissen nicht, was sie haben und gehen nicht zum Arzt. Oder sie haben Angst vor einer Stigmatisierung«, sagte Kömm. Das führe immer wieder zu Neuansteckungen.

Schlafstörungen, negative Gedankenkarussells, Depressionen – von all dem sind immer mehr Menschen in der westlichen Welt betroffen. Schützen kann ein Medikament, das kostenlos zu haben ist und nicht mal Nebenwirkungen hat: Bewegung. Wenn Lauftherapeutin Joanna Zybon die Berliner Justizvollzugsanstalt Plötzensee betritt, wird sie zu »Trainerin Joe«. Die Häftlinge kommen mit Abhängigkeitserkrankungen, Depressionen oder Schlafstörungen zu ihr. Laufen als Medizin? Im Gefängnis sieht man das Training mit ihr nicht nur als willkommene Abwechslung zum eintönigen Alltag. Es hat sich herumgesprochen, dass es neben Fitness um mehr geht.

Das Ziel: Schritt für Schritt den Kopf befreien. Damit haben die Häftlinge einen ganz wichtigen Punkt verstanden. Studien belegen, dass aerobe Bewegung – also solche, die mit moderater Intensität auskommt – sogar antidepressiv wirkt. Zum Stressabbau ist nichts besser geeignet als Sport. Und trotzdem lassen sich viele nach einem anstrengenden Arbeitstag lieber erschöpft auf die Couch fallen. Weil Sport anstrengend ist. Dabei ist genau diese Anstrengung Teil des Wirkmechanismus. »Die Stresshormone wie etwa Cortisol werden in Balance gebracht«, erklärt der Sportwissenschaftler Prof. Ingo Froböse von der Sporthochschule in Köln das Prinzip. »Das passiert, indem wir einen Reiz setzen, der uns anspannt, woraufhin Entspannung folgt.«

Je mehr Stress man hat, desto mehr Sport müsste man ausgleichend machen. Dabei zähle nicht die Sportart, sondern Intensität und Dosierung. Alles steht und fällt allerdings mit der Motivation, denn um einen Effekt zu spüren, muss man sich regelmäßig bewegen. Auch Cora S. Weber, Fachärztin für Psychosomatik und Innere Medizin, hat sich viel mit Bewegung und Psyche beschäftigt. Dreimal 45 Minuten aerobe Bewegung in der Woche hilft ihr zufolge gegen Depression, ist also nachweislich stimmungsaufhellend. »Der Sport wirkt sogar angstlösend«, weiß die Chefärztin der Berliner Parkklinik Sophie Charlotte. Auch bei Angst entsteht Stress, der durch die Bewegung gelöst wird. Entscheidend ist aber noch etwas anderes: Sport lenkt von der Furcht ab. Weber empfiehlt gegen das Gefängnis im Kopf Laufen, weil es zu den ersten Fähigkeiten gehört, die der Mensch lernt. Und weil die Umsetzung so einfach ist. »Im Grunde aber müssen Sie sich den Ausdauersport aussuchen, den Sie gerne machen.« Prof. Froböse sieht nicht nur im Ausdauersport Vorteile: »Mir müssen Sie mit Yoga zwar nicht kommen, aber wer das gerne macht, soll das machen.« Es wirke genauso gut. Der Fokus auf die Atmung ist meditativ, Muskeln werden angespannt und entspannt. »Egal was Sie machen, bleiben Sie subjektiv unterfordert«, rät der Sportexperte. Blutige Anfänger sollten am besten mit zügigem Walken beginnen, Joggen überfordere die allermeisten. »Jede Art von Bewegung tut gut, gehen Sie nach Ihrer Arbeit spazieren, laufen Sie zur S-Bahn.«

Dranbleiben zählt

Und wieder: dranbleiben zählt. »Nach acht bis zehn Wochen kommt meistens ein Motivationstief, auf das man gefasst sein sollte«, so Froböse. »Belohnen Sie sich oder hängen Sie sich ein Ziel an den Kühlschrank.« In den Kühlschrank greifen hilft dagegen nicht: Es betäubt das Unbehagen höchstens für einen Moment, bewältigt es aber nicht. Schlecht ist Bewegung dann, wenn sie zusätzlichen Stress verursacht. Das kann der Fall sein, wenn eine Sportart zu intensiv und häufig ausgeübt wird oder wenn sie keine Freude bereitet.

Robust sollen sie sein, leicht glänzen und gepflegt aussehen. Doch nicht immer entsprechen die Nägel an Fingern und Zehen solchen Idealvorstellungen. Mitunter sind sie verfärbt, manchmal auch verformt. Solche Veränderungen können – müssen aber nicht zwingend – ein Hinweis auf eine Erkrankung sein und sind deshalb in der Regel ein Fall für den Hautarzt.

Auch wenn der Mensch sie eher benutzt, um zu kratzen oder winzige Gegenstände zu greifen – in erster Linie haben Nägel eine Schutzfunktion, erklärt der Hautarzt Reinhard Mrotzek. Das Häutchen am unteren Rand des Nagels verhindert, dass Krankheitserreger in die Wurzel eindringen. Der Nagel an sich ist eine Hornhautplatte, die aus der Wurzel des Nagels herauswächst und fest auf dem Nagelbett liegt. Über die im Nagelbett befindlichen Blutgefäße wird der Nagel mit Nährstoffen versorgt. Wer ausreichend Obst und Gemüse, Milchprodukte, Nüsse und Fisch isst, schafft beste Voraussetzungen dafür, dass Nägel nicht spröde und brüchig aussehen, sondern gesund wachsen.

Dennoch können sich die Hornhautplättchen an den Fingern oder Zehen verfärben oder verformen. Möglicherweise liegt es an Rückständen von Nagellack oder aggressiven Reinigungsmitteln, mit denen man während des Wohnungsputzens in Kontakt gekommen ist. Auch zu enge Schuhe wirken sich manchmal ungünstig auf die Zehennägel aus, sagt Nicolle Großmann vom Bundesverband Kosmetik und Fußpflegebetriebe Deutschlands.

Sind die Nägel blau verfärbt, hat sich vielleicht nach einer Verletzung ein Bluterguss gebildet. Grund für die Blaufärbung kann aber auch schwarzer Hautkrebs sein. Wächst ein blauer Nagel mit der Zeit nicht heraus, sollte man das unbedingt einem Hautarzt zeigen.

Hinter einer roten Verfärbung verbirgt sich möglicherweise eine Herzschwäche, verfärbt sich ein Nagel grün, könnte eine bakterielle Infektion dahinterstecken. Ein Nagelpilz dagegen zeigt sich durch eine gelbliche bis bräunliche Verfärbung. Außerdem wird der Nagel bröckelig. Bei einer Schuppenflechte sehen die Nägel ganz ähnlich aus. Auch Medikamente wie Antibiotika verfärben manchmal die Nägel, ergänzt Mrotzek. Nicht nur die Farbe, auch die Form der Nägel kann sich verändern. Ein sich stark wölbender Fingernagel mit gleichzeitig verbreiterten Fingerspitzen deutet eventuell auf eine Herz- oder Lungenkrankheit hin. Ein Hinweis auf Eisenmangel kann es sein, wenn die Nägel wie ein Löffel in der Mitte abgesenkt und vorn nach oben gebogen sind.

Leicht abgerundet beste Form

»In 95 Prozent aller Fälle kann ein Hautarzt beim Anblick der Veränderungen eine Diagnose stellen«, erklärt Mrotzek. Vermutet er eine Infektion, bringt in der Regel ein Abstrich oder eine Gewebeprobe Klarheit. Äußerlich kann die Infektion mit Tinkturen oder Nagellacken behandelt werden, die Antimykotika enthalten. »Diese Wirkstoffe wirken gezielt gegen Pilze«, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. Der Arzt kann zusätzlich auch Tabletten verordnen. Wer eine erneute Nagelpilzinfektion verhindern will, sollte sich wappnen – und vor allem in öffentlichen Schwimmbädern Badeschuhe tragen. Auch ansonsten lässt sich einiges zum Schutz der Nägel tun. »Der direkte Kontakt mit Reinigungs- oder Lösungsmittel lässt sich vermeiden, indem man beim Putzen oder Spülen Handschuhe trägt«, erklärt Sellerberg.

Regelmäßig schneiden und feilen ist ebenfalls ein Muss. »Früher hieß es immer, dass die Nägel möglichst gerade geschnitten und gefeilt sein sollten«, erinnert sich Großmann. Das sei heute anders: »Leicht abgerundete Nägel und der Nagelform angepasste Nägel sind besser.« So ist die Gefahr gering, dass gerade geschnittene Nägel einwachsen oder man sich mit den Ecken irgendwo verhakt und so dem Nagel oder Nagelbett schadet. Ist es doch passiert, kann bei eingerollten oder eingewachsenen Nägeln eine Nagelkorrekturspange helfen, sagt Podologin Tatjana Pfersich. Bringt eine Spange nicht den gewünschten Erfolg, muss der fehlgewachsene Nagel operativ entfernt werden. (Foto: dpa)

Regelmäßige Bewegung senkt bei Frauen das Brustkrebsrisiko um 20 bis 30 Prozent. Darauf weist die Deutsche Krebshilfe hin. Erkrankt eine Frau dennoch, erleidet sie aller Wahrscheinlichkeit nach seltener einen Rückfall, wenn sie vor Ausbruch der Erkrankung regelmäßig trainiert hat. Auch in der Therapie einer Brustkrebserkrankung spielt Sport heute eine wichtige Rolle: Bewegung hilft zum Beispiel gegen Müdigkeit und Erschöpfung – das sogenannte Fatigue-Syndrom, das häufig bei Krebspatientinnen auftritt. Bei Patientinnen, die im Rahmen ihrer Möglichkeiten während der Chemotherapie Sport treiben, treten zudem weniger Nebenwirkungen auf.

Nach der Therapie kann sich regelmäßige Bewegung positiv auf das körperliche und geistige Wohlbefinden auswirken. In Krebssportgruppen haben Betroffene zudem die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen. Solche speziellen Sportangebote finden Krebspatientinnen zum Beispiel in vielen Gruppen der Frauenselbsthilfe nach Krebs (FSH).

Hat ein Kind seit mehr als zwei Monaten mindestens viermal pro Monat Bauchweh, sollten Eltern hellhörig werden. Kinderärzte sprechen in so einem Fall von chronischen Bauchschmerzen. Dahinter kann etwa eine Darmerkrankung stecken. Fast jedes vierte Kind zwischen drei und sechs Jahren hat sogenannte funktionelle Bauchschmerzen, erläutert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Sie haben keine organische Ursache, sondern sind meist stressbedingt.

Um herauszufinden, was die Schmerzen verursacht, ist es sinnvoll, vor dem Arztbesuch Notizen zu machen: Zu welcher Tageszeit treten die Beschwerden auf? Was hat das Kind jeweils zuvor gegessen? Wie ernährt es sich im Allgemeinen – isst es etwa viel Obst oder trinkt süßstoffhaltige Getränke? Hat es häufig Durchfall oder klagt über Verstopfung? Hat das Kind gerade Bauchweh, sollten Eltern genau nachfragen, wo der Schmerz sitzt und ob er ausstrahlt. Funktionelle Bauchschmerzen können nicht nur durch Stress etwa im Kindergarten oder der Grundschule ausgelöst werden.

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