Für das Guinnessbuch der Weltrekorde ist er der erfolgreichste lebende Musiker der Welt. Für seine Fans ist er der Gott des Pops. Aber für die meisten Menschen auf dem Planeten ist Paul McCartney einfach ein Teil ihres Lebens, ihrer Biografie. Denn seiner Musik ist nicht zu entkommen. Wer kann behaupten, noch nie »Yesterday« gehört zu haben, das meistinterpretierte Lied aller Zeiten? Wer ist noch nie von »Let it be« gerührt worden? Als Mitglied der Beatles hat Paul McCartney die Popmusik revolutioniert. Und auch später während seiner Solokarriere blieb er wegweisend und hat Dutzende von Hits geschrieben. Morgen feiert der Brite seinen 75. Geburtstag.

Der Mann, der, wie die »Sunday Times« kürzlich herausfand, als Sänger, Songwriter, Komponist und Geschäftsmann ein Vermögen von rund 780 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 890 Mio. Euro) angehäuft hat, ruht auch im Rentenalter nicht. Im nächsten Monat beginnt er eine Tournee in den Vereinigten Staaten. Tickets zu seinen Konzerten im Nominalwert von 165 Dollar werden auf dem Schwarzmarkt zu Preisen von über 11 000 Dollar angeboten. Ein Beleg für die immer noch übergroße Popularität von McCartney.

Seine Anfänge waren eher bescheiden. Am 18. Juni 1942 als ältester Sohn einer Krankenschwester und eines Jazzmusikers geboren, wuchs McCartney in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Das Reihenhaus in der Forthlin Road, Liverpool, wurde zur Geburtsstätte der Beatles, nachdem der 15-jährige Paul bei einer Kirchenfete in der Nachbarschaft John Lennon getroffen hatte und die wohl fruchtbarste Partnerschaft in der Geschichte des Songwritings begann. In seinem Wohnzimmer übte Paul zusammen mit John, hier schrieben die beiden »Love me do« und »I saw her standing there«. McCartney hat sentimentale Erinnerungen an seine bescheidenen Anfänge. »Noch lange später, wenn ich meine Songs schrieb«, sagte er, »schöpfte ich aus den Erinnerungen an das Haus und die Nachbarschaft. Penny Lane lag gerade um die Ecke, und auch der Barber Shop und die Fire Station waren wirkliche Plätze, die ihren Weg in meine Verse fanden.«

Die Band aus Liverpool um John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr sollte in den 60er Jahren zu der erfolgreichsten und bedeutendsten Musikgruppe aller Zeiten werden. Der kreative Motor der Band waren McCartney und Lennon, die für die überwiegende Mehrheit der Ohrwürmer verantwortlich zeichneten. Die beiden verband eine Hassliebe. Ihre künstlerische Rivalität sollte schließlich zum Auseinanderbrechen der Band führen, aber bis zur Auflösung der Beatles 1970 produzierte das Lennon/McCartney-Gespann einen Katalog von Melodien und Songs, der in der Geschichte der Musik ohne Beispiel ist.

Auch während seiner Solokarriere nach den Beatles feierte Paul McCartney große Erfolge. Mit seiner Ehefrau Linda, die ihn zum Tierschutz und zur veganen Lebensweise brachte, gründete er die »Wings« und versuchte sich an klassischen Kompositionen. Mit seinen letzten Alben näherte er sich dem Jazz.

In seinem Privatleben ging es auf und ab. Als Linda 1998 an Brustkrebs starb, fiel Paul in eine tiefe Depression. Seine Ehe mit Heather Mills ging nach sechs Jahren in die Brüche und endete in einem bitteren – und teuren – Scheidungskrieg. Seit Oktober 2011 ist er glücklich mit Nancy Shevell, einer amerikanischen Geschäftsfrau, verheiratet, der er sein vorletztes Album »Kisses on the Bottom« als »romantische Geste« gewidmet hat. Jochen Wittmann

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