27. September 2017, 18:34 Uhr

Simons verabschiedet sich von Ruhrtriennale

27. September 2017, 18:34 Uhr
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Von DPA
Simons

Theater und Kunst müssen nach Ansicht des scheidenden Ruhrtriennale-Intendanten Johan Simons weiter für eine Willkommenskultur eintreten. »Wir müssen noch offener sein«, meinte der 71-Jährige. Das gelte auch für die Politik. »Im Ruhrgebiet gab es wegen des Bergbaus immer eine Migrantenkultur.« Kunst und Theater könnten Lebensmodelle entwickeln, »die neue frische Blickweisen bringen«. Ein Theater sei auch ein Reflexionsraum. Auch auf die AfD-Wähler müsse das Theater zugehen, um mehr über sie zu erfahren.

Der Niederländer Simons zog zum Abschluss seiner dreijährigen Intendanz eine positive Bilanz. Trotz oft schwieriger Stoffe sei es von 2015 bis 2017 gelungen, das Ruhrgebiet zu »umschlingen« und auf die Menschen zuzugehen, sagte Simons gestern in Bochum bei seiner Abschluss-Pressekonferenz. Das experimentelle Festival solle offen bleiben für aktuelle politische Themen.

Die Ruhrtriennale endet offiziell am 30. September, aber bis zum 2. Oktober gibt es noch einige »Zugaben«. Im kommenden Jahr übernimmt die Dramaturgin Stefanie Carp die Intendanz. Chef-Regisseur wird Christoph Marthaler. Auch Simons bleibt dem Ruhrgebiet treu: 2018 wird er Intendant des Schauspielhauses Bochum.

Seine letzte Saison beschloss Simons mit einer Auslastung von rund 90 Prozent bei rund 34 000 ausgegebenen Tickets. Installationen und Veranstaltungen mit freiem Eintritt verzeichneten zusätzlich 45 000 Besucher. Publikumsmagnet war eine Installation im Landschaftspark Duisburg-Nord.



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