09. Juli 2017, 22:04 Uhr

Seltsame Vorliebe für Rehragout

09. Juli 2017, 22:04 Uhr
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Von DPA
Schmalz

Der österreichische Dramatiker Ferdinand Schmalz hat sich beim Wettlesen um den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Der Grazer konnte den mit 25 000 Euro dotierten Hauptpreis der 41. Tage der deutschsprachigen Literatur gestern in Klagenfurt für sich entscheiden. Der 1985 geborene Theaterwissenschaftler, der als Kunstfigur auftritt und mit bürgerlichem Namen Matthias Schweiger heißt, überzeugte die Jury mit seinem inbrünstig vorgetragenem Text »mein lieblingstier heißt winter«. Das in Kleinbuchstaben geschriebene Stück ist leicht verständlich, ohne trivial zu wirken und sorgte für einige Lacher. Die Geschichte dreht sich um den geplanten Suizid eines krebskranken Mannes, seine Vorliebe für gefrorenes Rehragout und die ungewöhnliche Bitte an seinen Tiefkühlkost-Lieferanten. Von der Jury gab es einhelliges Lob für den Grazer. Der zweite Favorit gewann den vom Deutschlandfunk neu gestifteten und mit 12 500 Euro dotierten Preis. Der österreichisch-amerikanische Autor John Wray wurde für seinen handwerklich grandios umgesetzten, verschachtelten Geschwistertext »Madrigal« geehrt. Den Kelag-Preis mit 10 000 Euro holte der in Frankfurt/Main lebende Eckhart Nickel mit dem Text »Hysteria«. Darin stürzt der beunruhigende Farbwechsel von Bio-Himbeeren den Käufer in eine Krise. Die Jury sah darin einen Elementarteilchentext, der viel über die deutsche Mentalität zum Vorschein brachte.

Die Auszeichnung von 3sat über 7500 Euro ging an die Schweizerin Gianna Molinari für die Aufarbeitung des tödlichen Schicksals eines Flüchtlings. Die Zuschauer stimmten am häufigsten für Karin Peschka ab. Der mit 7000 Euro dotierte Publikumspreis ging an die Linzerin für ihren Text über ein vermeintlich schwaches Kleinkind und starke Hunde.



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