01. März 2017, 21:33 Uhr

Schriftsteller John Irving wird 75

01. März 2017, 21:33 Uhr
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Von DPA
Irving

John Irving schreibt mit der Hand, bis heute. »Einer der großen Vorteile ist, dass es einen langsamer macht«, sagte er einmal dem US-Radiosender NPR. »Es lässt mich mit der Geschwindigkeit schreiben, von der ich denke, dass ich sie beim Komponieren haben sollte. Eine Tastatur macht mich zu schnell.« Mehr als ein Dutzend Romane hat Irving so verfasst, die in rund 35 Sprachen übersetzt wurden und sich weltweit mehr als 12 Millionen mal verkauften. Fünf wurden verfilmt, für »Gottes Werk und Teufels Beitrag« bekam der Autor einen Drehbuch-Oscar.

Irving, der heute 75 Jahre alt wird, sei der »letzte noch aktive große amerikanische Autor«, jetzt wo Saul Bellow, Norman Mailer und John Updike tot und Philip Roth in Rente seien, bemerkte jüngst der britische »Guardian«. Aber Irving sieht sich selbst nicht einmal als wirklich amerikanischer Autor, wie er der Zeitung sagte. »Es fällt mir schwer, mich in einer Porträtgalerie der amerikanischen Schriftsteller zu sehen. Wenn ich mir anschaue, wie sich die meisten amerikanischen Autoren verhalten und worüber sie schreiben, dann bin ich nicht sehr amerikanisch.«

Er sei auch nicht mit den Büchern amerikanischer Autoren aufgewachsen und habe nie vorgehabt, den großen amerikanischen Roman zu schreiben. »Es kam mir immer vor wie patriotischer Extremismus, dass irgendjemand den großen amerikanischen Roman schreiben will. Warum nicht einfach nur einen guten?«

In seinem US-amerikanischen Heimatland ist er umstritten, weil er politische Themen wie Abtreibung und das Vietnamtrauma thematisiert.



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