17. Oktober 2017, 19:13 Uhr

In Finnland aufgetaucht

17. Oktober 2017, 19:13 Uhr

Drei seit Ende des Zweiten Weltkrieges vermisste Werke der Grafikerin und Zeichnerin Käthe Kollwitz (1867–1945) kehren in das Dresdner Kupferstich-Kabinett zurück. Sie wurden vor wenigen Wochen in einem 1984 vom finnischen Zoll sichergestellten Konvolut identifiziert und werden nun durch das National Board of Antiquities aus Helsinki zurückgegeben, wie die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) gestern mitteilten.

Konkret handelt es sich um Arbeiten, die das Kupferstich-Kabinett von Kollwitz erwarb oder geschenkt bekam: die Lithografie eines Frauenkopfes, einen Frauenkopf als Radierung und ein Selbstbildnis (Radierung). Die SKD verkündeten die frohe Botschaft pünktlich zu einer morgen beginnenden Doppelausstellung mit Werken von Kollwitz und der südafrikanischen Malerin Marlene Dumas.

Im Kollwitz-Teil der Schau wird mit leeren, beleuchteten Wandflächen an zwei weitere verschollene Werke erinnert. Von den beiden Blättern der Serie »Der Weberaufstand« existieren nur noch die Karteikarten. Das Kupferstich-Kabinett besitzt rund 250 Druckgrafiken, vier Mappen und 21 Zeichnungen von Kollwitz. Für ihre Entwicklung hatte das Kupferstich-Kabinett große Bedeutung, weil der frühere Museumschef Max Lehrs schon frühzeitig Werke der Künstlerin ankaufte und sie förderte.

Nach den Worten von SKD-Chefin Marion Ackermann stehen Mitleid und Empathie im Zentrum des Schaffens von Käthe Kollwitz – Dinge, die man heute mitunter vermisse. Diese Menschlichkeit verbinde Kollwitz mit Dumas. In der neuen Ausstellung sind rund 70 grafische Meisterwerke von Kollwitz zu sehen – ergänzt um Werke von Max Klinger, Eugène Carrière, Edvard Munch und Ernst Barlach. Das Käthe-Kollwitz-Museum Köln, das Kupferstichkabinett Berlin und die Akademie der Künste in Berlin steuerten Leihgaben bei. Von Dumas sind drei Serien zu sehen: »Jesus Grizzly«, »Rejects« und »Blind Folded«. Als Überraschung brachte Dumas eine kleine Zeichnung mit, die sie einst nach einer Fotografie von Käthe Kollwitz gestaltet hatte.

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