21. April 2017, 18:40 Uhr

Diabolisches Grinsen eines Grantlers

21. April 2017, 18:40 Uhr
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Von DPA
Jack Nicholson

Könnte Toni Erdmann mit seinem Spaßgebiss den Hollywood-Veteranen Jack Nicholson aus dem Ruhestand locken? Der dreifache Oscar-Preisträger, der heute seinen 80. Geburtstag feiert, stand zuletzt 2010 für die Liebeskomödie »Woher weißt du, dass es Liebe ist?« mit Reese Witherspoon vor der Kamera. Umso mehr horchten Nicholsons Fans auf, als im Februar Berichte über ein geplantes US-Remake von Maren Ades Hit-Komödie »Toni Erdmann« durch Hollywood kursierten. Offiziell ist noch nichts bestätigt, aber mit Maren Ade hätte der Hollywood-Star schon einen Fan sicher. Er sei einer der besten Schauspieler überhaupt, sagte die deutsche Regisseurin Ende Februar in Santa Monica nach ihrem »Spirit Award«-Gewinn für »Toni Erdmann«. »Es gibt so viele Filme mit ihm, die ich sehr liebe«, zitierte »Variety« aus dem Interview.

Um den exzentrischen, unberechenbaren und genialen Leinwand-Star ist es in den letzten Jahren ruhig geworden. Nicholsons letzter großer Auftritt auf der Oscar-Bühne liegt vier Jahre zurück. 2013 präsentierte er die Anwärter in der Top-Sparte »Bester Film«. Aus Washington wurde First Lady Michelle Obama hinzu geschalteten, um »Argo« als Gewinner zu verlesen. Nicholson gab sein charmantes »Killer-Lächeln« zum Besten und flirtete ungeniert mit der damals 22-jährigen Oscar-Gewinnerin Jennifer Lawrence.

Nicholson hat wenig ausgelassen in seinem Leben. Er hat fünf Kinder von vier Frauen, die Ehe probierte er nur einmal aus, 1962 bis 1968 mit Schauspielkollegin Sandra Knight. Mit Anjelica Huston, Tochter von US-Regisseur John Huston, führte er 13 Jahre lang eine stürmische Beziehung. Sie zerbrach endgültig, als er die beste Freundin seiner Tochter Jennifer, das Model Rebecca Broussard, schwängerte.

Nicholsons große Hollywood-Karriere fing klein an, mit Botenjobs in der Trickfilmabteilung von Metro-Goldwyn-Mayer. Eine seiner ersten Filmrollen verdankte er dem Trash-Meister Roger Corman in dem Gruselstreifen »Little Shop of Horrors« (»Der kleine Horrorladen«). Seinen Durchbruch feierte er als alkoholsüchtiger Rechtsanwalt George Hanson in dem Road-Movie »Easy Rider« (1969). Den ersten Oscar als bester Hauptdarsteller verdiente er sich als Insasse einer Irrenanstalt. Die zerrissene, rebellische Figur des aufmüpfigen Klinikpatienten Randle McMurphy im vielfach preisgekrönten Film »Einer flog über das Kuckucksnest« von 1975 ist bis heute seine Paraderolle.

Es folgten Hits wie Roman Polanskis »Chinatown« (1974), Stanley Kubricks »The Shining« (1980) und »Die Ehre der Prizzis« (1985). Seine beiden weiteren Oscars erhielt er für seine Rolle als ehemaliger Astronaut und Säufer in »Zeit der Zärtlichkeit« (1983) und als grantiger Neurotiker in der sarkastischen Komödie »Besser geht’s nicht« (1997). Dazwischen zeigte er als Joker in der Comic-Verfilmung »Batman« (1989) sein diabolisches Grinsen.

Eine neue Seite offenbarte der Altmeister 2002 in Alexander Paynes Tragikomödie »About Schmidt«, in der er ohne jede Eitelkeit auch die hässlichen Spuren des Alterns zeigt. In »Was das Herz begehrt« (2003) mit Diane Keaton war Nicholson in einem wenig kleidsamen Krankenhaushemd und mit blankem Po zu sehen. In »Das Beste kommt zum Schluss« spielt er einen schwer krebskranken Mann mit kahlem Schädel und zerfurchten Gesichtszügen.



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